Düsseldorf: Milde Winter bringen häufig Stürme

Düsseldorf : Milde Winter bringen häufig Stürme

Starke Unwetter scheinen uns immer häufiger zu treffen. Ist das schon eine Folge der allgemeinen Erderwärmung? Klimaforscher erklären das Phänomen.

Sind extreme Stürme ein Zeichen des Klimawandels?

Einzelne Wetterlagen sind kein Indiz für eine globale Erwärmung und Klimawandel, sagt Klimaforscher Mojib Latif vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften. So etwas lasse sich erst sicher sagen, wenn sich bestimmte Phänomene über mehrere Jahre wiederholten. "Die derzeitigen Stürme gehören zu den normalen Wetterschwankungen", erklärt der Wissenschaftler.

Wie wirkt sich die Erderwärmung allgemein auf das Wetter aus?

Der Klimawandel ist ein globales Phänomen. Trotzdem können weiterhin sowohl kalte als auch warme Winter vorkommen. Klimaforscher nehmen an, dass in einer sich erwärmenden Welt klimatische Extreme häufiger und stärker werden und damit weniger kalkulierbar. In diesem Jahrhundert werden Stürme also immer häufiger auftreten.

Wieso rollt zurzeit ein Sturm nach dem anderen über NRW?

Eine solche "Sturmwetterlage" trete immer mal wieder auf und sei nicht ungewöhnlich – vor allem in warmen Wintern, erklärt Meteorologe Uwe Ulbrich, Professor an der Freien Universität Berlin. Grund seien die besonders stark ausgeprägten Druckgebiete über dem Nordatlantik. Diese brächten milde und feuchte Luft nach Europa, die in Extremfällen zahlreiche Stürme mit sich führten.

Wieso treten Stürme vor allem in milden Wintern auf?

In kalten Wintern bildet ein Hochdruckgebiet über dem Osten Europas einen Schutzwall vor den Stürmen aus dem Westen. Fehlt dieses Hoch, sind die Winter warm und anfällig für anrückende Sturmtiefs. Zudem kann es zu mehr Niederschlag kommen. Ulbrich erklärt: "Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Deshalb gibt es in warmen Wintern besonders heftige Schauer und große Niederschlagsmengen."

Wieso kommen die Sturmtiefs immer aus Westen?

Die Richtung Nordosten strömende Tropenluft (Azorenhoch) trifft über dem Nordatlantik auf dichte, kalte Polarluft (Islandtief), die auf dem Weg nach Südosten ist. Das Resultat: Abgelenkt durch die Erddrehung wandert das Tiefdruckgebiet gen Osten – und trifft von Westen her auf Deutschland.

(RP)