1. NRW

Messerstecher rief Polizei an

Messerstecher rief Polizei an

Gelsenkirchen (dido) Die Hintergründe des heimtückischen Messerangriffs auf zwei Polizisten in Gelsenkirchen sind immer noch unklar. Weder die schwer verletzten Beamten – ein 45-Jähriger und eine 30-Jährige – noch der mutmaßliche Täter (21), den der zuvor von ihm niedergestochene Polizist durch mehrere Schüsse lebensgefährlich verletzt hatte, konnten vernommen werden. Der Zustand der drei Verletzten sei aber nicht mehr lebensbedrohlich, erklärte Marcus Schütz von der Staatsanwaltschaft Essen.

Eine offene Frage ist jedoch geklärt. Der Notruf, mit dem die Streifenbeamten zu einem vermeintlichen Verkehrsunfall nach Bulmke-Hüllen gelockt wurden, erfolgte mit einem der beiden Handys des 21-Jährigen. Damit scheint klar, dass der Mann die Beamten in einen Hinterhalt gelockt hat.

Auch zur Person des mutmaßlichen Messerstechers gaben Staatsanwaltschaft und Polizei weitere Erkenntnisse bekannt. Der 21-Jährige sei Deutscher, stamme aus "ganz normalen Verhältnissen", sei nicht vorbestraft, absolviere eine Ausbildung zum Beschichtungstechniker, wohne in Bulmke-Hüllen – dem Stadtteil, in dem die Messerattacke erfolgte – und habe eine Freundin, sagte Marcus Schütz. "Nichts, aber auch gar nichts deutet bislang daraufhin, was ihn zu einer solchen Tat bewegt haben könnte", meinte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Laut Polizeisprecher Konrad Kordts fand die Spurensicherung am Tatort ein zweites Messer. Es könne dem 21-Jährigen noch nicht zugeordnet werden, so dass die Beteiligung eines zweiten Täters nicht auszuschließen sei. Die lebensgefährlich verletzten Beamten trugen beide "ballistische Unterziehschutzwesten". Diese verhindern laut Hans-Jörg Sommerfeld vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste Stichverletzungen in Brust, Bauch und Rücken. Verletzt wurden die Polizisten aber an den Extremitäten, am Hals und im Gesicht.

(RP)