Mehr Selbstbewusstsein für die Kreativstadt

Mehr Selbstbewusstsein für die Kreativstadt

Nach dem ESC gibt es ein geschärftes Bewusstsein dafür, die Marke Düsseldorf als kreative Stadt weiterzuentwickeln. Jetzt diskutierten im KIT – Kunst im Tunnel – Vertreter aus Wirtschaft, Kommunikation und Kunst unter der Moderation von Ananda Milz, Redakteurin der Rheinischen Post, über die Zukunft der Kreativwirtschaft. Eingeladen hatte die FDP-Fraktion.

Zwar ist Düsseldorf mit 4100 Kreativunternehmen und einem Jahresumsatz von 7,4 Milliarden per se ein starker Standort. Aber das Fazit des Abends: Die Landeshauptstadt benötigt eine Vision, um sich ein neues Image zu geben. Dafür müssten sich Köpfe aus verschiedenen Fachbereichen zusammensetzen. Politik und Verwaltung sind allein nicht in der Lage, eine solche Aufgabe zu stemmen.

"Wir sollten uns Städte wie Graz zum Vorbild nehmen", rät der europaweit tätige Kulturberater Bernd Fesel. Graz bekam 2003 den Titel der Kulturhauptstadt Europas, verlor dann aber an Aufmerksamkeit. Mit einem neuen Konzept schaffte es Graz jetzt, zur Unesco City of Design. "So ein Konzept, mit dem wir die bereits vorhandenen Stärken weiter entwickeln, braucht Düsseldorf auch."

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Michael G. Meyer, Geschäftsführer der Kommunikationsgesellschaft Meyer Waldeck, ist der Meinung, man müsse vor allem kompensieren, dass Düsseldorf kein großer medialer Standort sei. Auch KIT-Kuratorin Gertrud Peters findet, die Stadt müsse sich international besser aufstellen: "Bisher fehlt das Selbstbewusstsein, sich mit der Welt zu messen." Außerdem sei die Stadt durch hohe Mieten wenig attraktiv für junge Künstler. Diese kämen zwar für ihr Studium an die Kunstakademie, bevorzugten danach aber etwa Berlin. "Düsseldorf hat genug Geld und könnte dem mit neuen Meisterschüler-Ateliers entgegenwirken."

Zur Kreativwirtschaft gehören aber nicht nur Künstler, sondern auch Unternehmen aus Werbung, Architektur und Design. Denen will sich die Wirtschaftsförderung durch Stärkung ihrer Gründungsberatung und Netzwerkförderung noch mehr annehmen, betonte dessen Leiter, Uwe Kerkmann. IHK-Geschäftsführer Ulrich Biedendorf sieht Düsseldorf gut aufgestellt: "Die IHK hat bereits vor zwei Jahren ein Dienstleistungsreferat nur für Kreative entwickelt."

(ln)
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