Düsseldorf: Mehr Fußgänger an Ampeln getötet

Düsseldorf : Mehr Fußgänger an Ampeln getötet

Polizei will Rotlichtverstöße von Fußgängern jetzt konsequent ahnden.

In Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr 109 Fußgänger im Straßenverkehr getötet – fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus der Verkehrsunfallstatisik für 2013 hervor, die NRW-Innenminister Ralf Jäger gestern vorstellte. 60 Fußgänger haben den Unfall selbst verschuldet. "Deswegen wird die Polizei Verstöße von Fußgängern weiter konsequent ahnden", sagt der SPD-Politiker. Zu oft kämen Menschen zu Schaden, die trotz roter Ampel eine Kreuzung überquerten.

Insgesamt entwickelten sich die Unfallzahlen in NRW positiv. 2013 starben 49 Menschen weniger als 2012 auf den Straßen – das ist der niedrigste Wert seit Einführung der Statistik im Jahr 1953. Insgesamt kamen 449 Menschen ums Leben. Zu den Hauptursachen schwerer Unfälle zählt weiterhin zu schnelles Fahren. Die Zahl der Schwerverletzten ging um fünf Prozent zurück. Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer ging auf 69 zurück.

Bei den Fahranfängern sank die Zahl der Unfalltoten um 25 Prozent auf insgesamt 68 Opfer. Jäger wertet die rückläufigen Unfallzahlen auch als Erfolg seiner Präventionsprojekte. So haben 2013 mehr als 158 000 Schüler an dem Programm "Crash-Kurs" teilgenommen, der Jugendlichen drastisch und emotional die dramatischen Folgen riskanten Verhaltens vor Augen führt. Auch der mehrfach wiederholte "Blitz-Marathon", bei dem die Polizei Schwerpunktkontrollen zur Messung der Geschwindigkeit durchführt, zeigte Erfolg, erklärte Jäger. So sei zum Beispiel in Dortmund die durchschnittliche Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitungen von 14,6 auf 10,2 Stundenkilometer zurückgegangen. Auch in Düren sei das Geschwindigkeitsniveau nach den Kontrolltagen deutlich gesunken. Die Polizeibehörden in NRW verfügen über rund 1000 Geschwindigkeitsmessgeräte.

Peter Biesenbach, Innen-Experte der CDU im Düsseldorfer Landtag, erklärte, die positive Bilanz habe nichts mit dem "Blitz-Marathon" zu tun. Die Ursache dafür sei vielmehr die Entschärfung von Unfallbrennpunkten und eine verbesserte Sicherheitsausstattung in den Autos.

(RP)
Mehr von RP ONLINE