Mehr als Retro: Toy Horses im Zakk-Club

Mehr als Retro: Toy Horses im Zakk-Club

Nicht gerade viele "Dusseldorfians" – so Tom Williams bei seiner Begrüßung – werden einmal behaupten können, bei der Düsseldorf-Premiere der Toy Horses im Zakk-Club dabeigewesen zu sein. Dabei dürfte das Konzert des walisischen Duos, das sich auf der Bühne mit einem Schlagzeuger, einem Bassisten und einem weiteren Gitarristen verstärkt hat, schon jetzt als Höhepunkt der gerade begonnenen Konzertsaison gelten.

Bei dem Spielzeug-Pferd-Reiter Adam D. Franklin (21) und seinem Stiefvater Tom Williams (40) hat sich längst die Erkenntnis durchgesetzt, dass man einander musikalisch bestens ergänzt, ohne dass sich einer wegen seiner stilistischen Vorlieben verbiegen müsste. Bei den Harmonien des mehrstimmigen Gesangs klingt es unweigerlich nach den Beatles. Wenn es temperamentvoller zugeht, erinnert es eher an die Kinks, und eine Prise Folk oder Country ist gelegentlich auch dabei.

Die Toy Horses sind jedoch alles andere als eine einfallslos zitierende Retroband. Ihre Art Brit-Pop hat nichts von der stylishen Blasiertheit mancher Konkurrenz. Songs wie "Last Chance" oder "No One Ever Gonna Leave You" haben das Zeug zu Klassikern.

Hier spielt eine Band, die die sprühende Leidenschaft von Straßenmusikern verinnerlicht hat, die alles gibt, gleich ob vor 30, 300 oder 3000 Zuhörern. Spätestens wenn sich herumgesprochen hat, dass Toy Horses derzeit zur erklärten Indie-Lieblingsband des englischen Multitalents Stephen Fry zählt, wird vermutlich der übliche Hype beginnen.

Und dann werden viele bedauern, dieses Konzert verpasst zu haben.

(RP)
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