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Düsseldorf: Massenhafter Antibiotika-Einsatz bei Puten

Düsseldorf : Massenhafter Antibiotika-Einsatz bei Puten

In neun von zehn Fällen werden bei Mastputen in Massentierhaltung in Nordrhein-Westfalen Antibiotika eingesetzt. Das ist das Ergebnis eines Fachberichts des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), der gestern in Düsseldorf vorgestellt wurde. In der Branche fehle schon seit Jahren ein Umdenken, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne).

Die im vergangenen Jahr durchgeführte Untersuchung zeigt, dass in knapp einem Drittel aller Fälle Wirkstoffe zum Einsatz kommen, die nicht für Puten zugelassen sind. Einer der Gründe dafür ist offenbar, dass bei Schweinen erlaubte Medikamente preislich günstiger sind, sagte Lanuv-Präsident Thomas Delschen. Die Studie hält alarmierende Spitzenwerte fest: Im Extremfall kamen auf eine Pute 21 Antibiotika-Behandlungen innerhalb eines Mastzeitraumes von sechs Monaten. Im Durchschnitt wurden den Tieren fünf bis sieben Spritzen verabreicht. Die Puten leiden in der Folge häufig unter Erkrankungen des Verdauungstraktes, der Lungen sowie Missbildungen des Bewegungsapparates. Die Antibiotika-Verwendung hat Auswirkungen auf den Menschen, weil die Resistenz gegen die Wirkstoffe abnimmt.

(pas)