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Warstein: Legionellen stammen aus Kläranlage

Warstein : Legionellen stammen aus Kläranlage

In Warstein könnten auch Flüsse mit dem Bakterium kontaminiert sein.

Nach dem Legionellenausbruch in Warstein darf aus dem Fluss Wester kein Wasser mehr entnommen werden. Das hat NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) gestern angeordnet. Laut den bisherigen Untersuchungsergebnissen könnte aus einer Kläranlage mit Legionellen belastetes Wasser in den Fluss gelangt sein. Dies könnte die Quelle der Infektionen sein. "Eine an der Wester gelegene Firma hat Wasser aus dem Fluss für ihre Kühlsysteme entnommen", sagt ein Sprecher des zuständigen Ruhrverbandes. Die in der Anlage gefundenen Bakterien seien mit den bei den Patienten gefundenen Krankheitserregern identisch, teilte der Kreis Soest gestern mit. Die Bakterien können jedoch nicht durch Trinken des Wassers aufgenommen werden, sondern sie können nur über den Atemweg in den Körper gelangen – unter anderem durch versprühtes Wasser.

Ob ein Zusammenhang zwischen den Funden im Klärwerk und in der Firma besteht, wird geprüft. Die Bezirksregierung in Arnsberg untersucht gerade, ob auch andere am Fluss gelegenen Unternehmen Spuren von Legionellen in ihren Kühlsystemen aufweisen. "Wir können noch keine Entwarnung geben", sagt ein Sprecher der Bezirksregierung. Das Umweltministerium prüft zudem, ob Wasserentnahmen auch aus anderen Flüssen, etwa der Möhne, untersagt werden müssen. Außerdem hat Remmel eine landesweite Sonderüberprüfung bautechnisch gleicher Kläranlagen wie in Warstein angeordnet. Die betroffene Kläranlage gehört dem Ruhrverband. Nach der Aufbereitung wird das Wasser von dort in nahe gelegene Gewässer abgeleitet. Dazu gehört auch die Wester. "In dem Fluss befindet sich Rohwasser, das zu Trinkwasser aufbereitet wird", sagt eine Verbandssprecherin. Die dort ansässige Warsteiner-Brauerei beziehe das Wasser für die Bierherstellung nicht aus den betroffenen Flüssen, erklärte eine Sprecherin.

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Bislang gibt es in Warstein und Umgebung mindestens 155 Krankheitsfälle, die mit dem Legionellenausbruch in Zusammenhang stehen könnten. Gestern kamen zwei Neuerkrankungen dazu. Für 36 der Fälle gibt es bisher einen bestätigten Labor-Legionellenbefund. Zwei Männer sind bereits an dem heimtückischen Bakterium gestorben. Infektionsquellen für Legionellen sind Klimaanlagen, Duschen, Whirlpools und andere Warmwassereinrichtungen, in denen Dampf oder Sprühnebel entsteht.

(csh/dpa)