SEK-Skandal in Köln Oberstem Polizeichef in NRW droht Disziplinarverfahren

Düsseldorf · Dem im Innenministerium für alle Polizeiangelegenheiten verantwortliche Ministerialdirigent Wolfgang Düren droht Ärger. Er hatte im Innenausschuss falsch berichtet, dass zwei SEK-Mitglieder in Köln Speiseeis aus Körperflüssigkeiten essen mussten.

So arbeitet ein Spezialeinsatzkommando (SEK)
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Foto: dpa, mb htf olg

Rechtsanwälte von Mitgliedern des aufgelösten Sondereinsatzkommandos (SEK) in Köln haben bei NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Ministerialdirigent Wolfgang Düren eingereicht. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage unserer Redaktion.

Der im Innenministerium für alle Polizeiangelegenheiten verantwortliche Jäger-Vertraute hatte vor gut einer Woche im Innenausschuss des Landtages fälschlicherweise behauptet, zwei Anwärter des SEK hätten bei einem Aufnahmeritual ein Speiseeis aus Körperflüssigkeiten essen müssen.

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Wenige Tage später musste Jäger das in einem Entschuldigungsschreiben an den Innenausschuss korrigieren. Laut Jäger war es stattdessen so: "Die Zeugen sollten jeweils auf dem Boden vor einem sitzenden Kommandomitglied kniend ein aus einer Tsatsiki-Knoblauch-Chili-Mischung hergestelltes Eis essen, welches ekelerregend schmeckte und das sich zwischen den Oberschenkeln eines der Kommandomitglieder befand." Einer der Anwärter habe sich dabei übergeben. Die Anwälte wollen es aber nicht dabei belassen.

Hintergrund: Unter den knapp 1000 SEK-Beamten in NRW verbreitet sich zunehmend die Auffassung, der Innenminister übertreibe bei der Darstellung des Aufnahmerituals, um die umstrittene Auflösung des SEK zu rechtfertigen. Stimmt Jäger der Dienstaufsichtsbeschwerde zu, droht Düren ein karriereschädliches Disziplinarverfahren.

(RP)