Warum Zwangskurse für Lehrer in den Ferien falsch sind

Kommentar : Inklusion mit Augenmaß

Lehrern die Ferien kürzen, damit sie die falsche Schulpolitik des Landes NRW ausbaden? Das wäre der falsche Weg. Improvisation ist zwar nötig – aber das ginge dann doch zu weit.

Es ist ja richtig: Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap läuft in NRW nicht rund. Im Gegenteil – der Ärger über mangelnde Vorbereitung und überhastete Umsetzung hat dazu geführt, dass, sobald „Inklusion“ gesagt wird, bei Lehrern und Eltern das Visier herunterklappt. Das ist eine Schande, denn Inklusion ist keine linke Laune, sondern Menschenrecht. Richtig ist auch, dass mancher (auch mancher Lehrer) das vergessen hat.

Trotzdem wäre es falsch, die Lehrer für eine verfehlte Politik des Landes haftbar zu machen, indem man sie zu Fortbildungen in den Ferien verpflichtet. Das würde auch den letzten Rest guten Willens aufzehren, der an den Schulen vorhanden ist.

Fortbildungen sind wichtig; sie können Belastungen abfedern und vor allem Frust vermeiden. Sie schließen aber nicht die Lücke etwa bei den Sonderpädagogen. Das werden auch die Eckpunkte des Schulministeriums nicht. Sie werden allenfalls die Verteilung der Schüler verbessern. Um bei der Inklusion wirklich voranzukommen, braucht es mehr Personal, also mehr Geld. Und Zeit, dieses Personal auszubilden. Bis dahin ist Improvisation nötig. Aber bitte mit Augenmaß.

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