Wahl in NRW 2017: Wahl und Wahrheit - Politik für Kinder?

Wahl und Wahrheit : Politik für Kinder?

"Kein Kind zurücklassen" lautet ein Versprechen von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Ein Versprechen, das sie bisher nicht halten kann.

Es handelt sich um ein zentrales Regierungsversprechen der Ministerpräsidentin. "Kein Kind zurücklassen" (Kekiz) ist ein Projekt, an dem sich inzwischen über 40 Kommunen in NRW beteiligen. Seit 2012 sollen dazu alle relevanten Behörden lückenlos zusammenarbeiten nach dem Motto: "Vorbeugen ist besser als heilen."

Es steckt die Idee dahinter, sich frühzeitig um sozial bedürftige Kinder zu kümmern, unter anderem, um Folgekosten für die Gesellschaft durch Arbeitslosigkeit oder Drogenabhängigkeit möglichst gering zu halten. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will Kekiz in das Bundeswahlprogramm übernehmen.

Bertelsmann-Stiftung spricht von punktuellen Erfolgen

Einer Studie des Projektpartners Bertelsmann-Stiftung zufolge lässt sich bisher aber nicht klar belegen, dass diese Politik, so wie sie betrieben wird, zum Erfolg führt. Zwar gibt es in den Städten vielversprechende Ansätze. Doch das seien bisher punktuelle Erfolge. Im Bericht der Bertelsmann-Stiftung heißt es denn auch: "Es besteht noch ein erheblicher Forschungsbedarf."

Externe Faktoren wie Zuwanderung oder der demografische Wandel machten es schwer, die Effekte dieser Politik nachzuweisen. Der Zeitraum von drei Jahren sei zu kurz. Zudem fehle es an Vergleichskommunen, um die Wirksamkeit zu belegen.

Weitere Schwächen sehen die Wissenschaftler in der zu geringen Verknüpfung mit anderen Förderprogrammen: "Land und Kommunen werden weiter daran arbeiten müssen, um Prävention nicht im Blindflug zu betreiben." Und auch gegen Kinderarmut konnte das Projekt bisher wenig ausrichten.

Weitere Faktenchecks zum Wahlkampf in NRW finden Sie in unserem Dossier.

(kib)
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