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Verdi bestreikt Mittwoch Kliniken in NRW

Tarifkampf im öffentlichen Dienst : Verdi bestreikt Mittwoch Kliniken in NRW

Erst Busse und Bahnen, nun Krankenhäuser: Am Mittwoch legen Beschäftigte in kommunalen Kliniken in Dortmund, Köln und Ostwestfalen sowie in psychiatrische Kliniken die Arbeit nieder. Verdi will damit den Druck in der Tarifrunde erhöhen.

Die Streikwelle im öffentlichen Dienst geht weiter. Während am Dienstag der Bus- und Bahnstreik in NRW für Ärger sorgt, sind am Mittwoch diverse Krankenhäuser an der Reihe. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten in vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens in NRW für den 30.September zum Streik auf. Betroffen sind laut Gewerkschaftsangaben große kommunale Kliniken in Dortmund, Köln und Ostwestfalen sowie diverse psychiatrische Kliniken der Landschaftsverbände LWL und LVR und kommunale Senioreneinrichtungen. Ob das LVR-Klinikum Düsseldorf betroffen ist, steht noch nicht fest und klärt sich im Laufe des Tages.

„Gerade noch wurde den Beschäftigten im Gesundheitswesen für ihre Leistung in der Corona-Pandemie applaudiert. Doch bei den Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber von Aufwertung und Anerkennung nichts mehr wissen, das passt nicht zusammen“, verteidigte Katharina Wesenick, Sozialexpertin von Verdi NRW, den Streik.

Bundesweit wollen die Beschäftigten Kliniken und Gesundheitseinrichtungen bestreiken. Die Aktionen sind Teil des Arbeitskampfes im öffentlichen Dienst. Verdi und der Deutsche Beamtenbund fordern für die 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro. Zusätzlich soll es im Gesundheitswesen weitere Leistungen geben: Verdi fordert eine Pflegezulage von 300 Euro und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche. Zudem sollen die Pausen in der Wechselschicht auf die Arbeitszeit angerechnet und der Samstagszuschlag auf 20 Prozent erhöht werden.

Am 22. Oktober kommen Arbeitgeber und Gewerkschaften in Potsdam zur dritten Verhandlungsrunde zusammen. Bis dahin wollen die Arbeitgeber auch ein Angebot vorlegen.

Ulrich Silberbach, der Chef des Deutschen Beamtenbunds, verteidigt die Streiks bei Bussen und Bahnen. "Wir brauchen einen bundesweiten Rahmentarif für die Nahverkehrsbetriebe. Es kann nicht sein, dass jeder Verkehrsbund für seine Mitarbeiter andere Pausen- und Wegezeiten sowie Überstunden- und Urlaubsregelungen vereinbart", sagte er unserer Redaktion. Und betonte: „Der ganztägige Warnstreik trifft Pendler und Schulkinder, das ist uns bewusst. Doch dafür sind die kommunalen Arbeitgeber verantwortlich, die von einem bundesweiten Rahmentarif nichts wissen wollen. Hier sollten die Pendler und Eltern ihren Ärger abladen. Das würde auch uns helfen.“