Unter der Müngstener Brücke schweben

Sie ist der Eifelturm Deutschlands: die Müngstener Brücke, mit 107 Metern die höchste Eisenbahnbrücke im Land. Doch nach 116 Jahren schien dem beeindruckenden Stahlkonstrukt das letzte Stündlein geschlagen zu haben. Lange wurde diskutiert, ob eine Sanierung noch sinnvoll sei. Nun hat die Deutsche Bahn entschieden: Das Wahrzeichen soll mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro wieder in Schuss gebracht werden, damit wieder Personenzüge darüber rollen können.

 Unter der Müngstener Brücke verkehrt eine Schwebefähre und verbindet die beiden Wupperufer.

Unter der Müngstener Brücke verkehrt eine Schwebefähre und verbindet die beiden Wupperufer.

Foto: Jürgen Moll

Sie ist der Eifelturm Deutschlands: die Müngstener Brücke, mit 107 Metern die höchste Eisenbahnbrücke im Land. Doch nach 116 Jahren schien dem beeindruckenden Stahlkonstrukt das letzte Stündlein geschlagen zu haben. Lange wurde diskutiert, ob eine Sanierung noch sinnvoll sei. Nun hat die Deutsche Bahn entschieden: Das Wahrzeichen soll mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro wieder in Schuss gebracht werden, damit wieder Personenzüge darüber rollen können.

Wer zurzeit durch den Brückenpark läuft, der 2006 unterhalb des Bauwerks eröffnet wurde, erlebt ein ungewohntes Bild: Wo sonst alle zwanzig Minuten ein Zug hoch über den Köpfen über die Schienen rattert, sind Bauarbeiten im Gange.

Imposant ist es so oder so, unter dem Bauwerk hindurch zu gehen. Und zu erleben gibt es auch eine Menge: etwa mit der Schwebefähre auf die andere Wupperseite überzusetzen. Nach Art einer Draisine bringt die Fähre ihre Fahrgäste trockenen Fußes über den Fluss. Ausruhen ist aber trotzdem nicht drin. Denn auf der Schwebefähre geht es nur mit Muskelkraft über die 60 Meter lange Strecke voran. Längst hat sich die Fähre zur Attraktion des Brückenparks entwickelt. Wer mit ihr fahren will, sollte allerdings vorab im Fährhaus anrufen, ob die Fähre in Betrieb ist.

Wer die Überfahrt mit einer kleinen Wanderung verbinden will, startet am besten am Parkplatz auf der Solinger Seite des Brückenparks. Von dort aus geht es ein kleines Stück vorbei an Spiel- und Bewegungselementen. Wer will, löst das Müngstener Rätsel, das sich durch den gesamten Park erstreckt. Vorbei geht es am Haus Müngsten, einem auffälligen Gebäude mit großen Glasflächen und einer Haut aus Corten-Stahl. Seit 2010 betreibt die Lebenshilfe hierin ein schönes Café mit Außengastronomie.

Kurz dahinter geht es mit der Schwebefähre auf die Remscheider Seite. Bis zu zehn Personen können zeitgleich übersetzen — auch Hunde, Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen werden befördert. Die größte körperliche Anstrengung ist nach der Überfahrt schon geschafft. Auf der anderen Seite angekommen führt ein flacher Waldweg in etwa einer Stunde nach Unterburg.

INFO Schwebefähre Fährhaus Telefon: 0212 2443685, Fährmann Telefon: 0172 4599509, Haus Müngsten, Müngstener Brückenweg 71, 42659 Solingen, Telefon: 0212 2339320

(RP)