Ex-NRW-Spitzenkandidat will Comeback: Unmut in der CDU über Röttgens Plan

Ex-NRW-Spitzenkandidat will Comeback: Unmut in der CDU über Röttgens Plan

Am Wochenende hat die NRW-CDU in Duisburg bei einem Workshop von Kandidaten und Kreisvorsitzenden die Ursachen für die historische Niederlage bei der Landtagswahl am 13. Mai aufgearbeitet. Die Absicht des früheren Spitzenkandidaten Norbert Röttgen, beim CDU-Bundesparteitag als Beisitzer für den Vorstand kandidieren zu wollen, löste bei Teilnehmern Kritik aus.

Der frühere Düsseldorfer Landtagsabgeordnete Olaf Lehne empfahl Röttgen, auf die Bewerbung zu verzichten. "Er war der Kapitän, der die CDU wie die Titanic auf den Eisberg gelenkt hat", sagte Lehne nach der Veranstaltung im Gespräch mit unserer Redaktion.

Der frühere Bundesumweltminister sei "illoyal" zu Bundeskanzlerin Angela Merkel gewesen und habe dem Ansehen der Union schwer geschadet. "Röttgen gehört weder in den Bundesvorstand noch in den Bundestag", sagte Lehne. "Er sollte sich lieber eine Auszeit aus der Politik nehmen, anstatt erneut hohe Ämter anzustreben."

Bei der Landtagswahl im Mai hatte die CDU nur 26,3 Prozent der Stimmen erhalten. Röttgen selbst nahm nicht an dem Workshop teil. Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, wies auf die signifikante Mobilisierungsschwäche der NRW-CDU hin. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 sei rund ein Drittel der Wähler verloren gegangen, sagte Güllner.

Offenbar sei die Fokussierung auf abstrakte Finanzpolitik falsch gewesen. Der Politikwissenschaftler Gerd Langguth erklärte, Spitzenkandidat Röttgen sei auch daran gescheitert, dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) weitaus höhere Kompetenz- und Sympathiewerte aufgewiesen habe.

Der Wissenschaftler plädierte dafür, dass sich die CDU wieder auf ihren Charakter als Volkspartei besinnen müsse. Heute will sich die CDU-Landtagsfraktion bei einer Tagung mit der Wahlanalyse beschäftigen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Gauck entlässt Röttgen als Umweltminister

(RP/csi)
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