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Düsseldorf: Umweltminister mahnt zu viel Gülle im Grundwasser an

Düsseldorf : Umweltminister mahnt zu viel Gülle im Grundwasser an

Die Belastung des Grundwassers in Nordrhein-Westfalen mit Nitraten nimmt zu. Nach Angaben von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) ist ein Grund dafür der zu hohe Eintrag von Nährstoffen auf landwirtschaftlichen Flächen, vor allem von Gülle aus der Schweine-, Rinder- oder Hühnerhaltung sowie von Gärresten aus Biogasanlagen.

Der Minister appellierte an die Bundesregierung, endlich die Novelle zur Düngeverordnung vorzulegen, wie sie schon im Sommer angekündigt worden sei. Remmel setzt sich dafür ein, dass die derzeit geltende Obergrenze von 170 Kilo Stickstoff pro Hektar nicht nur für organischen, sondern auch für mineralischen Dünger und Biogasreste gilt. Wenn die schwarz-rote Bundesregierung weiter untätig bleibe, riskiere sie ein Vertragsverletzungsverfahren der EU, sagte Remmel. Ihm schwebe zudem vor, das Aufkommen von Gülle an die jeweils zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Fläche zu koppeln. Am Niederrhein und im Münsterland falle viel mehr Gülle an, als dort umweltverträglich ausgebracht werden könne. Eine Änderung werde nur durch eine stärkere Flächenbindung in der Tierhaltung gelingen. Bislang müssten Landwirte die Gülle, die zusätzlich anfalle, zu Kosten von bis zu zwölf Euro pro Kubikmeter in Regionen transportieren, in denen Stickstoff zur Düngung benötigt werde. Anders als etwa in den Niederlanden sei es NRW aber nicht erlaubt, die Daten der Gülle-Transporte zu überprüfen. Auch deswegen müsse endlich eine bundesweite Regelung her.

NRW macht sich auch für eine Ausweitung der Zeiten stark, in denen keine Gülle auf die Felder ausgebracht werden darf (derzeit vom 1. November bis Ende Januar). Unklar ist, wieso in Kreisen mit wenig intensiver Tierhaltung (etwa die Kreise Viersen und Neuss) kritische Grundwasserwerte vorliegen.

(hüw)