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Sieben Jahr nach Kyrill: Umweltminister Johannes Remmel: NRW hat zu wenig Wald

Sieben Jahr nach Kyrill : Umweltminister Johannes Remmel: NRW hat zu wenig Wald

Sieben Jahre nach dem verheerenden Orkan Kyrill sind in NRW immer noch große Lücken sichtbar. Auch deswegen stellt Umweltminister Johannes Remmel fest: Die Waldfläche im Bundesland ist zu klein.

In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Ansicht von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) zu wenig Wald. "NRW braucht mehr Wald", sagte Remmel am Freitag bei der Vorstellung einer Studie zu den Folgen des Orkans Kyrill im sauerländischen Olsberg.

Mit 27 Prozent bewaldeter Landesfläche läge NRW unter Bundesdurchschnitt. Um den Anteil der Waldflächen zu erhöhen, solle ab dem kommenden Jahr das Aufforsten von bisher nicht mit Bäumen bepflanzten Flächen wieder vom Land gefördert werden, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums der dpa. Selbst auf Industriebrachen seien Wälder vorstellbar.

Sieben Jahre nach Orkan Kyrill sind der Studie zufolge zudem viele Lücken in den Wäldern noch nicht wieder aufgeforstet. Experten des Internationalen Institutes für Wald und Holz NRW aus Münster stellten darin fest, dass mehr als ein Drittel der vom Orkan Kyrill im Januar 2007 betroffenen Flächen bisher nicht wieder dauerhaft bepflanzt sind. Kritisch sehen die Autoren der Studie insbesondere, dass fast 3000 Hektar Waldflächen in Weihnachtsbaumkulturen umgewandelt wurden.

Auch im Hinblick auf den angestrebten Wechsel von der Monokultur Fichte zu stabileren Misch- und Laubwäldern ist nach Ansicht der Experten wenig passiert. Bei dem vom Land nach dem Orkan aufgelegten Förderprogramm zur Wiederaufforstung "sind wesentliche Zielrichtungen nicht erreicht worden", heißt es in der Studie. Nur ein kleiner Teil der Fördermittel sei abgerufen worden. "Es ist unterschätzt worden, wie viele Waldbauern weiterhin auf die Fichte setzen und damit auf eine Förderung verzichten", kommentierte der Ministeriumssprecher.

"Die Fichte ist auch weiterhin der Brotbaum der Waldbauern in NRW", sagte Heiko Hagemann, Mitautor der Studie. Es fehlten insbesondere Nutzungsmöglichkeiten für Laubholz. Fichtenholz hingegen sei derzeit und auch auf längere Sicht sehr gefragt.

Verschärft werde die Holzknappheit durch die niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt, weil Eigentümer einen höheren Wertzuwachs des Holzes im Wald erwarteten. "Der Wald ist aktuell die bessere Bank", heißt es in der Studie.

(lnw)