Studie sieht Defizite bei Sportschulen für Leistungssportler in NRW

Einzigartiges Schulkonzept : Nordrhein-Westfalen bessert bei Sportschulen nach

CDU und FDP wollen genaue Aufnahmekriterien. Eine Studie hatte Defizite aufgezeigt. Streit gibt es um einen Schulpreis, den die Landesregierung extra für die Sportschulen ausloben will.

Die NRW-Landesregierung will die Qualität der Schulen für Leistungssportler erhöhen. „Das individuelle Talent der einzelnen Schüler muss stärker berücksichtigt werden“, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag im Landtag. Es müsse eine klare Rechtsgrundlage und eindeutige Eignungskriterien geben. Künftig sollen Schüler, die von der fünften Klasse an eine Sportschule besuchen wollen, das Deutsche Sportabzeichen machen.

Einen entsprechenden Antrag reichten CDU- und FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag ein. Eine Studie der Kölner Sporthochschule hatte zuvor Verbesserungsbedarf bei den 18 Schulen in Nordrhein-Westfalen gezeigt, die als Sportschulen für Leistungssportler anerkannt sind. Darin wird unter anderem festgestellt, dass die  Schulprogramme an vielen Standorten veraltet sind, etwa weil es kein explizites sportliches Leitbild gibt.

Aufgabe der Sportschulen ist es, jungen Leistungssportlern  zu ermöglichen, ihre Sportkarriere und ihre Schullaufbahn miteinander zu vereinbaren. Das bundesweit in dieser Form einmalige Konzept wurde 2006 von Schwarz-Gelb eingeführt und  von Rot-Grün weiterverfolgt.

Um auch die Arbeit der Lehrer an diesen Schulen zu würdigen, will die Landesregierung künftig einen jährlichen  Schulpreis extra für die Sportschulen ausloben. Dieser Ansatz stieß am Donnerstag im Landtag jedoch auf Kritik: „Wir brauchen keinen Preis der ‚besten NRW-Sportschule’“, sagte Grünen-Sprecherin Josefine Paul. Stattdessen solle die Landesregierung dafür sorgen, dass alle 18 Schulen exzellente Arbeit leisteten. Paul begrüßte aber den Ansatz, dass künftig auch die Zusammenarbeit der Sportschulen mit den Grund- sowie mit den Hochschulen intensiviert werden soll.

SPD-Sprecher Rainer Bischoff mahnte, erst die gesamte Studie der Sporthochschule abzuwarten und nicht vorschnell Schlüsse zu ziehen. Andreas Keith von der AfD bezweifelte einen Zusammenhang zwischen der beabsichtigten Qualitätssteigerung und der künftig durch ein Sportabzeichen nachzuweisenden Eignung.

(kib)
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