Studie: Jede fünfte Familie in NRW mit nur einem Elternteil

Studie „Alleinerziehend“ : Jede fünfte Familie in NRW mit nur einem Elternteil

In jeder fünften Familie in Nordrhein-Westfalen lebt nur ein Elternteil mit minderjährigen Kindern zusammen. 88 Prozent der Alleinerziehenden sind Mütter.

Das geht aus Studie „Alleinerziehend - Situation und Bedarfe“ hervor, die das NRW-Familienministerium am Donnerstag veröffentlichte. Mehr als ein Drittel aller Alleinerziehenden (36 Prozent) lebt laut der Erhebung in einer festen Partnerschaft.

Die Kinder von Alleinerziehenden sind nach den Angaben mehrheitlich im schulpflichtigen Alter. Der Anteil der Alleinerziehenden in Migrationsfamilien ist landesweit in den vergangenen zehn Jahren von 25 auf 33 Prozent gestiegen. Bundesweit liegt dieser Anteil nur bei 26 Prozent. Insgesamt leben in Deutschland 2,2 Millionen Kinder in Haushalten mit nur einem Elternteil.

Trotz einer hohen Beschäftigungsquote und langen Arbeitszeiten lebten Alleinerziehende häufiger in „angespannten finanziellen Situationen“ als andere Familien, heißt es in der Studie. Der Kindesunterhalt komme als eine der wichtigsten Einkommensquellen selten und nur in zu geringer Höhe. Dies führe zu einer hohen Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen wie dem Arbeitslosengeld II (Hartz IV). In NRW liege die Armutsgefährdungsquote von Alleinerziehenden inzwischen bei 48 Prozent.

Alleinerziehende Mütter haben laut Studie zu fast einem Drittel keinen beruflichen Abschluss und damit geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dies führe dazu, dass Betroffene vergleichsweise häufig in Jobs für Geringqualifizierte arbeiten. Insgesamt 38 Prozent der alleinerziehenden Mütter arbeiteten nicht in ihrem erlernten Beruf.

Dennoch kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Alleinerziehenden in die Arbeitswelt „gut integriert“ sei. Alleinerziehende Mütter arbeiteten häufiger und in höheren Stundenumfängen als Mütter aus Paarfamilien. Zudem seien sie häufiger befristet beschäftigt sowie öfter abends, im Schichtdienst, an Wochenenden und Feiertagen tätig.

Im Alltag fühlen sich Alleinerziehende der Studie zufolge stark belastet. Dies drücke sich vielfach auch in Unzufriedenheit mit der Gesundheit und in Schlafstörungen aus. Alleinerziehende trügen ein erhöhtes Risiko, körperlich oder psychisch zu erkranken.

(seda/kna)
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