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Steigende Coronazahlen: NRW-SPD verschiebt Landesparteitag

Steigende Coronazahlen : NRW-SPD verschiebt Landesparteitag erneut

Die NRW-SPD hat ihren Landesparteitag wegen der hohen Corona-Infektionszahlen erneut verschoben. Eigentlich war das Treffen für den 14. November in Münster geplant. Bereits im Frühjahr musste der Parteitag verschoben werden.

Der interne Machtkampf zwischen Landesparteichef Sebastian Hartmann und Fraktionschef Thomas Kutschaty sollte in einer Kampfkandidatur um den Vorsitz beim Parteitag ausgetragen werden. Dazu kommt es nun vorerst nicht, die Auseinandersetzungen dürften In den kommenden Wochen und Monaten weitergehen. Ein möglicher Ausweichtermin ist eine Delegiertenkonferenz im März, sicher ist das aber nicht.

Nach Informationen unserer Redaktion stimmte das Präsidium einstimmig für ein Verschieben, auch im Vorstand fand sich die breite Mehrheit. Dem Vernehmen nach soll es in der digital abgehaltenen Sitzung indirekt Kritik an einer Interpretation des Kutschaty-Lagers aus den vergangenen Tagen gegeben haben, wonach die Verschiebung ein taktisches Manöver zugunsten Hartmanns sei. Das wurde mit Verweis auf die Infektionszahlen in NRW zurückgewiesen.

Zuvor hatte auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Absage des Parteitags gefordert. „Es wäre unverantwortlich, Mitte November den Landesparteitag der NRW-SPD als Präsenzveranstaltung abzuhalten“, sagte Lauterbach am Freitagmittag unserer Redaktion. „Das kann trotz eines Hygienekonzepts mit rund 600 Teilnehmern, davon 450 Delegierten, schnell zu einem Superspreading-Event werden“, sagte Epidemiologe Lauterbach.

„Ich rufe Landesparteichef Sebastian Hartmann dazu auf, den geplanten Parteitag abzusagen.“ Die Altersstruktur der Delegierten sei hoch, das berge ein enormes Risiko, sagte Lauterbach. „Der interne Machtkampf um den Parteivorsitz zwischen Sebastian Hartmann und Thomas Kutschaty darf auf keinen Fall zu einer Gesundheitsgefahr für Delegierte und andere Teilnehmer werden.“