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Steigende Asylbewerberzahlen: NRW hat noch 1400 Plätze Reserve

Bericht aus dem Innenministerium : Steigende Asylbewerberzahlen: NRW hat noch 1400 Plätze Reserve

Nordrhein-Westfalen baut sein Platzangebot für Flüchtlinge weiter aus. Derzeit stehen hier 10.180 Plätze bereit - 530 mehr als Ende April. Derzeit gibt es noch eine Reserve von 1400 Plätzen.

Das geht aus dem aktuellen Bericht des NRW-Innenmisters an den Fachausschuss des Düsseldorfer Landtags hervor. Das Gremium befasst sich in seiner Sitzung am Donnerstag mit der Lage in den Asylbewerberheimen und Notunterkünften.

Seit Bund und Länder im Februar beschlossen hatten, Asylanträge von Kosovaren beschleunigt zu behandeln, sinken die Fallzahlen in NRW deutlich. Von März auf April gingen sie hier erneut um 78 Prozent auf 359 zurück. Derzeit hat NRW noch eine Reserve von rund 1400 Plätzen für Asylbewerber - bei weiterhin steigenden Flüchtlingszahlen. Die Landesregierung rechnet in diesem Jahr mit rund 100 000 Erst- und Folgeanträgen. Allein im April wurden in NRW rund 19 000 Erstanträge gestellt - fast eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahresmonat.

Im April rutschte der Kosovo laut Statistik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge auf Platz zwei der Hauptherkunftsländer - hinter Albanien und vor Syrien. Weil für Kosovaren nun weniger Kapazitäten vorgehalten werden müssen, konnten in den vergangenen Monaten bereits Notunterkünfte in Kamen, Dahlem (Eifel), Wuppertal, Beelen (Kreis Paderborn), Recklinghausen sowie Bad Oeynhausen und Bochum geschlossen werden. Rees wird nicht mehr als Not-, sondern als Regelunterkunft geführt. Neue Notunterkünfte kamen in Linnich und Düsseldorf hinzu.

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Seit vergangenem November überprüfen in NRW mobile Kontrollgruppen unangekündigt und auch außerhalb regulärer Dienstzeiten die Qualität der Unterbringung und Betreuung. Bis Mitte April habe es über 140 Kontrollen gegeben, berichtete der Minister. Trotz festgestellter Mängel sei "ein ordnungsgemäßer Betrieb in allen Fällen grundsätzlich sichergestellt".

Nachbarn von Unterbringungseinrichtungen und Vertreter des Einzelhandels fürchteten einen Wertverfall ihrer Immobilien und steigende Kriminalitätszahlen, heißt es in dem Bericht. Im März seien in NRW 16 Delikte mit Bezug zu Asylbewerberheimen registriert worden.
In den allermeisten Fällen ging es um Eigentums- und Aggressionsdelikte unter Flüchtlingen innerhalb der Einrichtungen. In vier Fällen wurden Randalierer und Diebe außerhalb der Heime auffällig.

Die Ängste der Bürger sollen in örtlichen Informationsveranstaltungen aufgefangen werden. Dazu hat es nach Darstellung des Ministers bereits ein breites Angebot gegeben.

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(lnw)