Staus auf NRW-Autobahnen: Straßen NRW will das Chaos in den Griff bekommen

Dauer-Stau auf Autobahnen : So will Straßen NRW das Chaos endlich in den Griff bekommen

Auf den Straßen von NRW soll noch mehr gebaut werden. Damit das Verkehrschaos nicht noch schlimmer wird, setzt Straßen NRW nun auf eine bessere Planung und Koordination. Besonders im Fokus liegen die Regionen Köln und Bonn.

Straßen NRW, der Landesbetrieb für Straßenbau des Landes, rechnet in den nächsten Jahren mit noch mehr großen Baustellen in NRW als bisher. Das sagte ein Sprecher des Betriebes unserer Redaktion anlässlich der jährlichen Baustellenkonferenz von Straßen NRW in Gelsenkirchen am Mittwoch. Alleine in den nächsten zwei Jahren seien 140 Großbaustellen auf den Autobahnen des Landes geplant, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin von Straßen NRW. 1,4 Milliarden Euro habe der Betrieb im Jahr 2018 in die Sanierung von Straßen und Brücken gesteckt. „Im laufenden Jahr werden es nicht weniger sein“, so Sauerwein-Braksiek.

Damit es gleichzeitig nicht zu noch mehr Staus kommt, versucht Straßen NRW, die Planung und Durchführung von Baustellen deutlich zu verbessern. Gemäß einem schon im Frühjahr 2018 vorgestellten 8-Punkte-Konzept von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) werden beispielsweise Zuschläge angeboten, wenn eine Baustelle schneller als geplant fertig wird. Aber es drohen auch Strafgelder, wenn eine Firma schlampt (Bonus-Malus-Regelung).

Es werden größere Aufträge ausgeschrieben („Mischlose“) und Zwischenfristen vereinbart. Bei immer mehr Bauprojekten sollen Planung und Bau von einer Firma erledigt werden, um schneller voranzukommen. Wichtiges Ziel ist immer, bei Bauarbeiten möglichst keine Fahrspuren ganz zu sperren und viele Arbeiten in die Nacht zu verlagern. Es wird auch versucht, mehrere Bauprojekte gleichzeitig abzuwickeln, damit es nicht zu immer neuen Umleitungen kommt. So soll die Autobahn A3 zwischen dem 5. und 8. April nördlich von Oberhausen in beide Richtungen komplett gesperrt werden. „Die Alternative wären Sperrungen an drei Wochenenden“, heißt es auf der Konferenz.

Besonders rund um Köln und Bonn versucht Straßen NRW das Management von Baustellen zu verbessern.

  • Im Raum Bonn wolle man sich bei elf Baustellen bemühen, möglichst zügig voranzukommen. So soll bei der Sanierung der Nordbrücke vor dem geplanten Ausbau der A565 die Sanierung der Entwässerung nachts durchgeführt werden. Die Kosten für den Ausbau der A565 bezifferte Straßen NRW auf 320 Millionen Euro. Allerdings sei erst 2028 mit einem Baubeginn zu rechnen.
  • Ebenfalls auf der A565 zwischen Nordbrücke und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost soll eine Baufirma mit Prämien dazu gebracht werden, schnell fertig zu werden, Zwischenfristen wurden vereinbart.
  • Damit der Verkehr auf der A562 weiterfließen kann, obwohl ab Herbst 2019 die S-Bahn-Linie 13 bis Bonn-Oberkassel verlängert wird, sollen zwei Behelfsbrücken gebaut werden, um alle Fahrspuren trotz einer Untertunnelung aufrechterhalten zu können. Das Projekt könnte 14 Millionen Euro kosten.
  • Damit die B42 zwischen Oberkassel und Oberdollendorf schnell saniert werden kann, soll es für die Baufirma Zuschläge für eine zügige Arbeit geben.
  • Damit der Bau einer Brücke auf der A565 in Höhe der Villemombler Straße den Verkehr nicht zu sehr belastet, ist eine Behelfsumfahrung in Planung.
  • Ab Mai soll das „Endenicher Ei“ bei der A565 neu gebaut werden. Damit dies den Verkehr nicht zu sehr belastet, soll eine Behelfsbrücke eingebaut werden.
  • Damit der „Tausendfüßler“ als Teil der A565 ab Ende 2022 ersetzt werden kann ohne den Verkehr zu blockieren, wird der östliche Ersatzneubau neben das bestehende Brückenbauwerk gestellt.
  • Noch stärker muss sich Straßen NRW ins Zeug legen, um den Kölner Autobahnring von weiteren schweren Problemen beim Verkehrsfluss zu schützen. Wegen der strategischen Bedeutung der Autobahnen rund um die Domstadt für das ganze Land sind viele dieser Maßnahmen bereits Teil des 8-Punkte-Planes von Verkehrsminister Wüst.
  • So wird versucht, den Neubau der Rheinbrücke Leverkusen für die A1 möglichst schnell durchzuziehen. Ende 2024 hofft Straßen NRW auf ein Ende des Projektes.
  • Auf der A3 soll die im Herbst 2019 startende Sanierung zwischen Lohmar und dem Kreuz Bonn-Siegburg mit Zwischenfristen und der Ausschreibung eines Mischloses beschleunigt werden. Ende 2022 hofft man auf das Ende der Arbeiten.
  • Zuschläge soll es auch geben, falls die A3 zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und Leverkusen/Opladen besonders schnell fertig gemacht wird - einen Abschlag, falls die Bauzeit Ende 2021 doch nicht beendet ist.
  • Nach dem Bonus-Malus-System soll auch ein Brückenneubau auf der A59 in Köln-Wahn geregelt werden. Ziel ist, dass die A59 sechsspurig ausgebaut wird.

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