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Städte in NRW können jetzt Fluthilfe beantragen

Nach der Hochwasserkatastrophe : Städte können Fluthilfe beantragen

Die Schäden an der öffentlichen Infrastruktur nach der Flutkatastrophe gehen in die Milliarden. Bürgermeister betroffener Kommunen beklagen fehlendes Fachpersonal und Handwerker. Ab sofort können auch sie öffentliche Hilfen für den Wiederaufbau beantragen.

Nach Privatpersonen und Geschäftsleuten können ab sofort auch Städte und Gemeinden öffentliche Hilfen für den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe beantragen. Ein Großteil der insgesamt 12,3 Milliarden Euro sei für die Reparatur von Schulen, Kitas, Krankenhäusern, Kanalisation, Straßen oder Brücken vorgesehen, sagte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Mittwoch. „An eine beispiellose Katastrophe schließt sich ein beispielloser Wiederaufbau an“, so die Ministerin. 5500 Privatpersonen hätten bisher Anträge gestellt.

Bei der Flutkatastrophe Mitte Juli waren in NRW 49 Menschen ums Leben gekommen. In manchen Städten und Gemeinden wurde die Infrastruktur nahezu komplett zerstört. Allein für Bad Münstereifel bezifferte Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian die Schäden auf 52 Millionen Euro. Trotz aller Anstrengungen sei es noch nicht gelungen, alle Haushalte wieder an Gasversorgung oder Internet anzubinden: „Wir brauchen dringend Gutachter und Handwerker.“ Das Innenstadt-Outlet sei fast vollständig zerstört, solle aber im nächsten Sommer wieder eröffnen. Auf eine Bahnanbindung müsse die Stadt hingegen noch bis Ende 2023 warten.

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In Eschweiler sind Bürgermeisterin Nadine Leonhardt zufolge 13.000 der 58.000 Einwohner direkt betroffen. 2500 Schüler müssten täglich per Bus in Ausweich-Schulen gebracht werden. 29.000 Tonnen Sperrmüll und 1500 Tonnen Bauschutt seien angefallen - das 27-fache der üblichen Jahresmenge. Ludger Banken, Bürgermeister von Rheinbach, forderte von der Landesregierung, das Hilfspersonal bis zum Ende der Antragsfrist zur Verfügung zu stellen. Hinzu komme, dass der Markt für Fachkräfte zurzeit wie leergefegt sei. Auch müsse die „zerklüftete Zuständigkeit“ der Behörden im Bereich Hochwasserschutz klareren Regeln weichen. Die Bürgermeister honorieren zwar die Unterstützung der Landesregierung, waren sich aber darin einig, dass die Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden müssten.

(kib)