VRR gibt voraussichtlich bald grünes Licht Sozialticket für Bus und Bahn kommt

Gelsenkirchen · Demnächst soll es ein besonderes Ticket für Bus und Bahn geben. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollen dann auch für den kleinen Geldbeutel geeignet sein - das ist die Idee hinter dem Sozialticket. Viele Fans hat es in der Testphase an Rhein und Ruhr nicht gefunden, trotzdem bleibt es.

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Foto: AP

Das seit knapp einem Jahr getestete Sozialticket im Nahverkehr an Rhein und Ruhr wird voraussichtlich dauerhaft und flächendeckend eingeführt. Über einen entsprechenden Vorschlag entscheidet der Verwaltungsrat des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) am 27. September. Das bestätigte VRR-Sprecher Johannes Bachteler am Freitag. Die von Sozialverbänden geforderte Preissenkung gibt es aber nicht - es bleibt bei 29,90 Euro im Monat.

Ersparnisse bis zu 30 Euro

Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Wohngeld sparen mit dem Sozialticket 20 bis 30 Euro im Vergleich zu regulären Zeitkarten. Einen VRR-Antrag müssen sie sich bei der Arbeitsagentur oder der Wohngeldstelle abstempeln lassen. "Es ist ein gefördertes Ticket, das Land NRW gleicht den Unterschied zum regulären Preis aus", sagte Bachteler. Da künftig alle Städte im Verbund mitmachen müssen, steigt die Zahl der Berechtigten um 200 000 auf 1,15 Millionen.

Auf dem Land wird das Sozialticket attraktiver. Es gilt nicht mehr - wie bisher - nur am Wohnort, sondern im ganzen Kreis. Bislang hatten in den Kreisen nur ein bis drei Prozent der Berechtigten das Ticket genutzt, gegenüber bis zu elf Prozent in den Städten.
Insgesamt hatten aber bis Juni nur 47 300 Menschen das Sozialticket gekauft, also etwa fünf Prozent der Berechtigten.

Keine Anrechnung auf andere Leistungen

Ein niedrigerer Preis könne zwar die Zahl der Nutzer steigern, dann wachse aber die nötige Förderung gleich zweifach, argumentiert der VRR: Die Differenz, die auszugleichen ist, steigt, und die Zahl der Tickets, für die das nötig ist, ebenfalls. Das berge das Risiko, dass die festgesetzte Fördersumme dann nicht reiche. Deshalb bleibt es bei 29,90 Euro. Der Preisvorteil, den die Nutzer haben, wird nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet.

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) steht ebenfalls in den Startlöchern, um sein Sozialticket wieder einzuführen - wenn möglich noch in diesem Jahr. Es war im März schon einmal kurz auf dem Markt. Wegen der Auflösung des Landtags gab es aber keinen gültigen Haushalt, so dass die Förderung nicht gesichert war. Das soll sich nun ändern. "Sobald das grüne Licht aus Düsseldorf kommt, wollen wir das Förderticket anbieten", sagte VRS-Sprecher Holger Klein.

(lnw)
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