Sommer der Dürre: NRW-Landesregierung muss sich um Gewässerschutz kümmern

Kolumne „Hier in NRW“ : Sommer der Dürre

Gewässerschutz tut not - denn die Trockenheit hat erschreckende Folgen.

Es ist zu trocken. Auch der Niederschlag in den nächsten Tagen wird daran nicht viel ändern. Nach 2018 wird dieser Sommer vielleicht nicht der heißeste, aber womöglich der trockenste. Die Wasserstände der Flüsse sinken. Es droht laut Landesumweltamt ein Fischesterben, weil gleichzeitig die Temperatur des Wassers steigt und der Sauerstoffgehalt zurückgeht. Auch die Grundwasserstände sind gesunken. Halb so schlimm, weil die Trinkwasser-Reservoirs doch ausreichen, wie alle Experten beteuern?

Nein, viel schlimmer als gedacht. Die Trockenheit hat weitreichende Folgen. Dass Schädlinge wie der Borkenkäfer den ohnehin angegriffenen Bäumen zusetzen, ist hinlänglich bekannt. Dass aber in diesem Jahr viele Bienen ihre Brut aufgegeben haben, weil sie aufgrund der Trockenheit keine Nahrung für sie finden, ist selbst für manchen Imker eine neue Erfahrung.

Es ist nämlich so: Wenn es zu trocken ist, geben die Pflanzen keinen Nektar mehr ab. Damit fehlt den Bienen nicht nur eine Nahrungsquelle. Ohne Nektar werden sie auch kaum angelockt, die Pollen bleiben auf den Blüten. Die Bienen bestäuben dann keine anderen Pflanzen mehr.

Allein deshalb wäre es höchste Zeit, dass die Landesregierung sich der Zukunft der Wasserversorgung  und des Gewässerschutzes annimmt.  Und zwar nicht nur im Hinblick darauf, wie der Rhein bei Niedrigwasser weiter als Verkehrsweg für die Schifffahrt genutzt werden kann. Abgesehen von diesem Aspekt ist aber zu dem Thema von der Landesregierung bisher nicht viel zu hören.

Dabei gibt die EU-Wasser-Rahmenrichtlinie die Richtung vor. Wenn CDU und FDP nicht bald reagieren, könnte die Wasserversorgung zu dem werden, was der Klimaschutz bereits ist: ein Thema, das die Menschen viel mehr umtreibt, als Politiker meinten.

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