Fragen und Antworten zum Schulfrieden: Sekundarschule: Was Eltern wissen müssen

Fragen und Antworten zum Schulfrieden : Sekundarschule: Was Eltern wissen müssen

Düsseldorf (RPO). SPD, Grüne und CDU feiern ihren Schulfrieden in Nordrhein-Westfalen. Das wichtigste Neuerung: die Einführung der für das Land neuartigen Sekundarschule. Auch wenn viele Details der Umsetzung noch geklärt werden müssen, stehen die Grundregeln bereits fest. Eine erste Orientierung für Eltern.

Düsseldorf (RPO). SPD, Grüne und CDU feiern ihren Schulfrieden in Nordrhein-Westfalen. Das wichtigste Neuerung: die Einführung der für das Land neuartigen Sekundarschule. Auch wenn viele Details der Umsetzung noch geklärt werden müssen, stehen die Grundregeln bereits fest. Eine erste Orientierung für Eltern.

Welche Schulklassen umfasst die neue Sekundarschule?

Die neue Sekundarschule umfasst die Klassen 5 bis 10. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 lernen alle Kinder gemeinsam. Dann entscheidet sich anhand der Leistungen und Noten, welchen weiteren Weg die Schüler gehen.

Welche Abschlüsse kann mein Kind an einer Sekundarschule erwerben?

Den Schülern stehen alle bisherigen Schulabschlüsse offen. Sekundarschulen müssen verpflichtend mit Gymnasien, Gesamtschulen, Realschulen und Berufskollegien kooperieren, um diese Abschlüsse zu ermöglichen. Das Kind macht sein Abitur weiter "ganz normal" auf dem Gymnasium. Der Weg zum Abitur dauert weiterhin im Regelfall neun Jahre.

Haben es Schüler auf der Sekundarschule leichter als auf dem Gymnasium?

Das kann man so noch nicht sagen, denn die Lehrpläne müssen erst noch erstellt werden. Dabei sollen sich die Pädagogen an den bestehenden Lehrplänen von Gesamtschulen und Realschulen orientieren. Dadurch sollen, laut Konsenspapier, auch gymnasiale Standards gesichert werden.

Für welche Kinder sind Sekundarschulen eigentlich interessant?

Attraktiv ist das Angebot insbesondere für Familien und Kinder aus kleinen Orten, an denen es bisher keine weiterführenden Schulen gibt. Elf- oder Zwölfjährige müssen künftig nicht mehr zum Gymnasium in die nächste Stadt fahren, wenn sich am eigenen Ort eine Sekundarschule bildet.

Wie viele Fremdsprachen lernt mein Kind?

Eine zweite Fremdsprache soll im 6. Jahrgang angeboten werden. Schüler müssen dieses Fach aber nicht belegen. In der 8. Klasse wird wieder eine zweite Fremdsprache im Stundenplan angeboten. Wer später das Abitur machen will, muss spätestens jetzt die zweite Fremdsprache wählen.

Wie groß sollen die Klassen werden?

Hier gibt es bis jetzt nur Richtwerte. Dieser soll bei Sekundarschulen bei 25 Kindern pro Klasse liegen. Zum Vergleich: Derzeit liegt dieser Wert für Gesamt-, Realschulen und Gymnasien bei 28. Mit der Einführung der Sekundarschule soll er auf dann 26 abgesenkt werden.

Sind die Sekundarschulen auch Ganztagsschulen?

Ja, in der Regel sollen die Schulen als Ganztagsschulen geführt werden. In diesen Fällen wird auch die Zahl der Lehrer erhöht. Im Beamtendeutsch heißt das: "Stellenzuschlag auf die Grundstellen von 20 Prozent".

Werden jetzt überall im Land neue Schulen gebaut?

Nein. Sekundarschulen entstehen nur dann neu, wenn in der betreffenden Gemeinde ein Bedarf besteht. Hierzu wird im Vorfeld die Entwicklung der Schülerzahlen untersucht. Zusätzlich sollen Eltern von Grundschulkindern befragt werden. Besteht ein Bedarf, werden in der Regel bestehende Schulformen zu einer Sekundarschule zusammengefasst.

Gibt es jetzt keine Hauptschulen mehr?

Nein, auch Hauptschulen wird es in NRW weiter geben. Zumindest noch begrenzte Zeit. Denn es wird erwartet, dass aufgrund sinkender Anmeldezahlen immer mehr Hauptschulen schließen werden. Auch die Hauptschulgarantie in der Verfassung wird es künftig nicht mehr geben. Per Gesetz geschlossen wird aber keine Hauptschule.

Wie groß werden die neuen Sekundarschulen?

Künftige Sekundarschulen sollen mindestens dreizügig sein. Das heißt, es gibt mindestens die Klassen 5a, 5b und 5c. Diese Klassenverbände können aber auch an mehreren Standorten verteilt unterrichtet werden.

Was wird aus den Gemeinschaftsschulen, die im Sommer starten sollen?

Sie genießen zunächst Bestandsschutz — zwölf gehen an den Start. Innerhalb der nächsten sechs Jahre (das ist die Laufzeit des Schulversuchs) müssen sie sich allerdings in das neue System integrieren und sich in eine Sekundar- oder Gesamtschule umwandeln.