Stau bei Schwimmunterricht in NRW Bewerbung für mobile Schwimm-Container läuft

Düsseldorf · Das Land will mit mobilen Pools den Rückstau bei den Schwimmschulen abfedern. Ab diesem Mittwoch können sich Träger für einen der fünf Container bewerben. Die Opposition unterstützt zwar den Modellversuch, hält die Mittel aber für unzureichend.

Ein mobiles Schwimmbecken. Bis zu sechs Kinder sollen pro Kurs zugelassen werden.

Ein mobiles Schwimmbecken. Bis zu sechs Kinder sollen pro Kurs zugelassen werden.

Foto: AQWA ITINERIS

Mit einem Modellversuch will das Land den Einsatz von mobilen Schwimmcontainern im Land testen. Ab diesem Mittwoch können sich die Träger für einen von fünf Container-Pools bewerben. Das geht aus einer Vorlage für den Sportausschuss des Landtags hervor. Demnach soll pro Regierungsbezirk einer der mobilen Schwimmcontainer zur Verfügung stehen. Ziel sei es, schreibt Staatssekretärin Andrea Milz (CDU), „Kindern die Lernstufen der Wassergewöhnung und der Wasserbewältigung zu ermöglichen, den Abbau langer Wartelisten für Schwimmlernkurse und damit die Schwimmlernzeit zu verkürzen sowie dem hohen Bedarf nach frei verfügbaren, gesicherten Wasserflächen zu begegnen“.

Pro Regierungsbezirk soll es zunächst einen Spezial-Container geben. Plan sei es, dass dieser je vier Wochen an einem Standort eingesetzt werde. Träger sei in der Regel der Kreis- oder Stadtsportbund. Maximal sechs Kinder können pro Kurs dabei sein. „Nach Ablauf der Projektlaufzeit soll das mobile Schwimmbad in das Eigentum des Projektträgers übergehen.“

Nach Angaben der Landesregierung hätten sich bereits 26 Interessenten aus allen Regierungsbzezirken beim Land gemeldet. Offiziell beginnt die Bewerbungsphase aber am 15. März. Insgesamt hat das Land für den Feldversuch drei Millionen Euro für zwei Jahre zur Verfügung gestellt.

Tülay Durdu, sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag, begrüßte zwar den Einsatz der Schwimmcontainer. „Aber klar ist: Die Container alleine lösen das Problem nicht. Erst Recht nicht bei dieser verschwindend geringen Summe, mit der das Modellprojekt jetzt auf den Weg gebracht wird“, sagte sie unserer Redaktion. Jahrelang habe die Landesregierung die Vorschläge der SPD abgelehnt, beispielsweise mit Mitteln aus dem Corona-Rettungsschirm ein großes Programm zu starten. „Jetzt hat sie sich mit einem Klecker-Betrag maximal für einen Tropfen im Schwimmbecken entschieden. So wird NRW bei der Schwimmfähigkeit unserer Kinder auch in Zukunft kein Weltmeister.“

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