Ruhrtriennale 2018: Armin Laschet kommt wegen BDS-Debatte nicht

Antisemitismus-Debatte: Armin Laschet kommt nicht zur Ruhrtriennale

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt einem Medienbericht zufolge nicht zum Kulturfestival Ruhrtriennale. Grund dafür ist der Umgang der Festivalleitung mit der Band „Young Fathers“.

Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, dass Laschet mit seiner Absage auch ein Zeichen in der Antisemitismus-Debatte rund um die Ruhrtriennale setzen wolle. Das Festival beginnt an diesem Donnerstag und dauert bis zum 23. September.

Die Staatskanzlei habe bestätigt, dass der Ministerpräsident bereits vor einiger Zeit entschieden habe, weder am offiziellen Empfang mit der Intendantin Stefanie Carp teilnehmen noch eine Aufführung besuchen zu wollen, schreibt die Zeitung. Auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

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Der Umgang von Intendantin Carp mit der Band "Young Fathers", die als Unterstützer der umstrittenen, gegen Israel gerichteten Boykott-Bewegung BDS ("Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen") gilt, habe beim Ministerpräsidenten "schwere Irritationen" ausgelöst, heißt es in dem Zeitungsbericht. Nach Einladung, Ausladung und Wiedereinladung durch Carp hatte die Band ihren Auftritt abgesagt.

Laschet mache sich einen Bundestagsbeschluss von April zu eigen, der BDS-Initiativen grundsätzlich ablehne, so die Kreise. Antisemitische oder das Existenzrecht Israels infrage stellende Aktionen sieht der Ministerpräsident den Angaben zufolge nicht von der Kunstfreiheit gedeckt. Laschet wolle Anfang September zu seinem Antrittsbesuch nach Israel reisen. Seine Absage sei ein bislang einmaliger Vorgang, da das Land Mitgründer und Geldgeber der Ruhrtriennale ist.

(felt/kna)