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Vorsitz der NRW-CDU: Röttgen tritt gegen Laschet an

Vorsitz der NRW-CDU : Röttgen tritt gegen Laschet an

Der NRW-CDU steht eine Kampfkandidatur um den Vorsitz bevor: Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat parteiintern seine Kandidatur erklärt. Damit wird er gegen den ehemaligen Integrationsminister Armin Laschet antreten. Die Entscheidung soll über eine Mitgliederbefragung fallen.

Röttgen hat dem scheidenden Partei-Chef der NRW-CDU, Jürgen Rüttgers, telefonisch mitgeteilt, dass er sich um dessen Nachfolge bewerben wird. Wie unsere Redaktion aus aus seiner Umgebung erfuhr, habe Röttgen am Montagabend zudem seinen Kontrahenten, Ex-Integrationsminister Armin Laschet, über den Schritt informiert. Auch seien inzwischen alle 54 CDU-Kreisvorsitzenden sowie wichtige Funktionsträger angeschrieben worden, um ihnen die Gründe für die Kandidatur darzulegen. Am Mittwoch will Röttgen in Düsseldorf offiziell seine Bewerbung um den Vorsitz bekanntgeben.

Am 30. August berät der Landesvorstand über die weiteren Schritte. Es gilt als sicher, dass es angesichts des Duells zu einer Befragung der rund 160.000 Parteimitglieder kommen wird. Zwar ist die Entscheidung der NRW-Basis nicht rechtlich bindend, allerdings gilt es in Unionskreisen als sicher, dass der Sieger des Duells auf dem Parteitag im November gewählt wird.

Nach Ansicht des stellvertretenden Parteivorsitzenden Eckhard Uhlenberg muss sich der Landesparteitag an das Votum der Mitgliederbefragung halten. "Etwas anderes kann ich mir gar nicht vorstellen", sagte Uhlenberg gegenüber unserer Redaktion. Zwar sei das Ergebnis der Befragung rechtlich nicht bindend, doch müsse es faktisch den Ausschlag geben.

Röttgen werden bei einer Mitgliederbefragung durchaus Chancen eingeräumt, sich gegen Laschet durchzusetzen. Eine wirkliche Hausmacht innerhalb der NRW-CDU hat er allerdings nicht. Führende Christdemokraten an an Rhein und Ruhr hatten zu erkennen gegeben, dass sie eine "Düsseldorfer Lösung" favorisieren. Laschet sei "näher dran und Teil der Landespolitik", sagte Uhlenberg erst kürzlich. Der neue NRW-Landeschef hätte aller Wahrscheinlichkeit nach auch Zugriff auf einen der Stellvertreterposten in der Landespartei.

Das Personalkarussell hatte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ausgelöst, der nach der Niederlage bei der Landtagswahl im Mai auch seinen Rückzug als Chef der NRW-CDU und als stellvertretender Vorsitzender der Bundes-CDU angekündigt hatte. Damit sind derzeit drei von vier Stellvertreterposten in der Bundespartei vakant.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der politische Werdegang von Norbert Röttgen

(RP/ndi)