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Kommentar: Röttgen sachlich, aber unerbittlich

Kommentar : Röttgen sachlich, aber unerbittlich

Wer damit gerechnet hatte, dass das Fernsehduell zwischen Hannelore Kraft und ihrem Herausforderer Norbert Röttgen schlapp verlaufen und unentschieden enden würde, erlebte eine Überraschung. Der Wettkampf war überaus kurzweilig und gespickt mit heftigen Attacken.

Röttgen zeigte sich in den zentralen Themen wie Haushalt und Energie souverän und sattelfest. Immer wieder griff er die Regierungschefin an — sachlich, aber unerbittlich. Kraft dagegen machte mitunter einen genervten Eindruck, auch wenn sie das hinter einem Lächeln zu verbergen versuchte. Das verwunderte, weil sie bislang im Wahlkampf entspannt und ausgeglichen gewirkt hat.

Beide Politiker warben für ihre politischen Inhalte, die allerdings sattsam bekannt sind. Kraft setzte alles daran, ihre Politik der sozialen Vorsorge als vernünftig zu verteidigen. Pech für sie, dass sie am Wochenende in einem Interview ungewollt den Eindruck erweckt hatte, als befürworte sie eine Kita-Pflicht. Das hat sie vor der Kamera zwar noch einmal geradegerückt, aber natürlich hakte Röttgen sofort nach. Auch dieser Punkt ging an ihn.

Alles in allem ein spannendes Duell, doch die Frage, wohin am 13. Mai auf dem Stimmzettel die beiden Kreuzchen gehören, muss der Wähler — wie sollte es auch anders sein? — für sich selbst beantworten.

(pst)