Radikaler Islam: Zahl der Salafisten in NRW bleibt auf hohem Niveau

Radikaler Islam : Zahl der Salafisten in NRW bleibt auf hohem Niveau

Die Anziehungskraft der Salafisten in NRW hat sich zwar abgeschwächt. Nach dem massiven Zulauf der vergangenen Jahre stagniert die Zahl dieser radikalen Islamisten allerdings auf einem hohen Niveau.

Gegen den Bundestrend ist die Zahl der Salafisten in NRW erstmals seit acht Jahren nicht weiter angestiegen. Mit 3100 liegt sie nach Angaben des NRW-Innenministeriums zu Beginn des Jahres auf dem Niveau des Vorjahres. Bundesweit haben die Sicherheitsbehörden erneut einen leichten Aufwuchs wahrgenommen. Wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage mitteilte, liegt die Zahl der Salafisten bundesweit aktuell bei 11.500. Im Vorjahr waren es 11.300.

Nordrhein-Westfalen gilt seit Jahren als Hochburg der Salafisten. Sie konzentrieren sich unter anderem in Mönchengladbach, Bonn, Solingen und Köln. Die Salafisten gelten als besonders gefährlich. Der Verfassungsschutz kommt zu der Erkenntnis, dass „fast alle in Deutschland bisher identifizierten terroristischen Netzwerkstrukturen und Einzelpersonen salafistisch geprägt“ gewesen seien beziehungsweise sich im „salafistischen Milieu“ entwickelt hätten.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich erfreut, dass der Anstieg gestoppt ist, betonte aber: „Trotzdem ist das noch lange kein Grund zur Entwarnung.“ Das liege zum einen an der nach wie vor hohen Gesamtzahl und zum anderen an dem Risiko, das von Einzeltätern ausgehe. Das Risiko eines Terroranschlags in Deutschland sei unverändert hoch. „Wir haben zwar derzeit keine Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort und eine konkrete Anschlagszeit. Wir müssen aber ständig damit rechnen, dass es Leute gibt, die Pläne schmieden“, erklärte Reul.

Die Zahl der Salafisten war in NRW in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. 2011 lag sie bei nur 500. Ein Jahr später hatte sie sich auf 2012 verdoppelt. 2017 wurde erstmals die Schwelle von 3000 erreicht.

95 Prozent der Salafisten haben nach Angaben des NRW-Innenministeriums einen Migrationshintergrund, aber nur sieben Prozent seien Flüchtlinge. Nicht jeder Salafist zählt zugleich auch zu den Gefährdern. Davon lebten in NRW knapp 300.

(qua)
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