Prozess in Düsseldorf: Freilassung von mutmaßlicher IS-Terroristin beantragt

Prozess in Düsseldorf : Anwälte beantragen Freilassung von mutmaßlicher IS-Terroristin

Eine mutmaßliche IS-Terroristin aus Köln steht seit August vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Nun haben ihre Anwälte beantragt, den Prozess vorläufig einzustellen und sie freizulassen – die 47-Jährige leide an Brustkrebs.

Der Prozess gegen eine mutmaßliche IS-Terroristin vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht könnte vorläufig eingestellt werden. Der Grund ist eine Brustkrebserkrankung der Angeklagten, wie ihre Verteidiger am Donnerstag mitteilten. Sie beantragten nicht nur die Einstellung des Prozesses, sondern auch, die Frau aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Die 47-Jährige aus Köln muss sich seit August wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat und Kriegsverbrechen gegen das Eigentum der Zivilbevölkerung im Irak verantworten.

Der Vorsitzende Richter deutete allerdings an, dass er das Verfahren lieber fortführen und rasch beenden wolle. Außerdem handele es sich beim präsentierten Befund lediglich um eine Verdachtsdiagnose. Das Gericht will nun zunächst die aktuellsten medizinischen Unterlagen einsehen.

Im Prozess wurden zuletzt Einträge aus dem Facebook-Account der Angeklagten gezeigt, die ihre Sympathie für Salafistenführer Pierre Vogel nahelegen. Dort ist auch ihr kleiner Sohn in Tarnuniform zu sehen mit dem Zusatz: „Wenn er groß ist, kommt er zur Ausbildung, Inschallah.“ Der Sohn ist inzwischen in einer Einrichtung untergebracht.

Die Bundesanwaltschaft wirft Mine K. vor, sich 2015 von Köln aus der Terrormiliz angeschlossen zu haben. Sie soll nach islamischem Recht einen IS-Kämpfer aus Herford geheiratet haben. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie 2018 festgenommen worden.

(kess/dpa)