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Projekt des Wirtschaftsministeriums: Zweifel in Modellkommunen wachsen

Hohe Corona-Zahlen : Große Zweifel in Modellkommunen

Die Chancen für einen Start am 19. und 26. April sinken immer weiter. Weitere Kommunen gehen nicht davon aus, zum geplanten Zeitpunkt mit den Lockerungen bestimmter Bereiche des öffentlichen Lebens beginnen zu können.

14 Modellkommunen in NRW sollten eigentlich bald mit gezielten Lockerungen der Corona-Maßnahmen beginnen. Doch der Start des Projekts ist mittlerweile äußerst fraglich. Nachdem am Mittwoch Paderborn, Mönchengladbach, Ahaus und Münster den für den kommenden Montag geplanten Start verschoben hatten, äußerten sich am Donnerstag auch jene Kommunen skeptisch, die am 26. April beginnen sollten.

„Es gibt noch keine offizielle Abstimmung mit dem Ministerium“, sagt ein Sprecher der Stadt Hamm, „wir gehen aber davon aus, dass es verschoben wird.“ Auch die Stadt Siegen geht davon aus, dass die geplanten Öffnungen noch nicht umgesetzt werden. „Es wäre blauäugig, zu erwarten, dass wir am 26. April mit dem Modellprojekt starten können“, erklärte auch ein Sprecher der Stadt Lennestadt. Hier soll zum Beispiel das Elspe-Festival als Modellprojekt durchgeführt werden. „Wir werden starten, wenn es die Zahlen zulassen“, sagte er.

Die Stadt Krefeld erklärte auf Anfrage, am Freitagmorgen werde sich der Krisenstab mit dem Thema beschäftigen. Aus Winterberg hieß es, man wolle auf jeden Fall vorbereitet sein für einen Start zum vorgesehenen Zeitpunkt, „aber wir sind uns sehr bewusst, dass das mit vielen Fragezeichen verbunden ist“. In Krefeld lag die Inzidenz am Donnerstag ebenso wie im Kreis Siegen-Witgenstein bei mehr als 190, in Hamm bei 151, im Hochsauerlandkreis bei 137, in Essen bei 136. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der jeweiligen Stadt oder dem Kreis darf nach den vom Land NRW aufgestellten Regeln bei maximal 100 liegen. Wird dieser Wert an sieben Tagen in Folge überschritten, muss der Modellversuch gestoppt werden.

Auch Köln war am Donnerstag bei einer Inzidenz von 163 weit entfernt von der Zielmarke. Die Stadt verweist darauf, dass sie die aktuellen Entwicklungen abwarten wolle. „Derzeit gibt es seitens des Kreises noch keine Pläne, den Start der Modellregion grundsätzlich zu verschieben. Gleichwohl müssen wir die Inzidenz im Blick haben“, schreibt der Kreis Düren auf Anfrage. Die Stadt Essen sagt, es gebe noch keine Entscheidung.