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Opposition: Testkapazitäten für Schulkinder ausweiten

PCR-Testchaos : Opposition: Testkapazitäten für Schulkinder ausweiten

Für viele Eltern und Schüler war es Anfang der Woche eine böse Überraschung: Die PCR-Nachtests waren in Nordrhein-Westfalen über Nacht abgeschafft worden. Die Opposition übt harsche Kritik - und stellt Forderungen.

Die Opposition im NRW-Landtag hat die CDU-/FDP-Landesregierung aufgefordert,  PCR-Testkapazitäten in NRW auszuweiten. „Dass dies bisher nicht geschah, ist Ihr Management-Versagen“, hielt die Grünen-Bildungsexpertin Sigrid Beer der FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer in einer Aktuellen Stunde vor. Schon vor den Bund-Länder-Beratungen habe sich abgezeichnet, dass die Labore an ihre Grenzen kämen. Zudem hätten Ministerpräsident Hendrik Wüst und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (beide CDU) im Bund darauf dringen müssen, dass auch Kinder priorisiert werden, so Beer.

Der neuen Regelung zufolge können Grundschüler nach einem positiven PCR-Pool-Test am nächsten Tag nur noch mit einem Schnelltest nachgetestet werden und nicht mehr wie bisher mit einem Einzel-PCR-Test. In der Folge werden infizierte Kinder erst am darauffolgenden Tag in der Schule erkannt - wenn überhaupt. In vielen Fällen schlagen die weniger sensitiven Schnelltests gar nicht an; Lehrer und Schüler wissen dann nur, dass mindestens ein Kind infiziert ist, aber nicht welches.

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„Was jetzt in den Schulen passiert, ist der Super-Gau“, kritisierte auch SPD-Fraktionsvize Jochen Ott. Erst um 22:15 Uhr am Vorabend habe das Ministerium die Schulen informiert, die Medien aber schon am Nachmittag. „Es bräuchte auch einen Ministerpräsidenten, der Schulpolitik endlich zum Hauptfach macht“, sagte Ott. Mit Blick auf die Schulministerin ergänzte er: „Dass Sie nicht sagen, wie es in den nächsten schwierigen Wochen weitergehen soll, das ist schon bodenlos.“

Gebauer äußerte Bedauern und warb um Verständnis für die kurzfristige Information, die man angesichts der aktuellen Dynamik in Kauf habe nehmen müssen. Zugleich rief sie zu einer „Versachlichung der Debatte“ auf. Die Schnelltests seien aber zuverlässig genug.

Familienminister Joachim Stamp (FDP) kündigte an, in den Kitas gänzlich zu Schnelltests zurückzukehren. Wenn ein positiver Schnelltest vorliege, müsse dieser mittels PCR-Test überprüft werden. „Aber wo sollen die PCR-Tests herkommen?“, wandte der Oppositionspolitiker Dennis Maelzer (SPD) ein.

(kib)