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NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart zu Kriegs-Folgen in NRW

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart : „Wir werden noch ganz andere Konflikte bekommen um die knappen fossilen Energien“

Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart hofft auf die Energiewende. Aber schon kurzfristig erwartet er Folgen des Ukraine-Krieges für zahlreiche Unternehmen in NRW, energieintensive Branchen und Automobil-Zulieferer.

Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) rechnet mit deutlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. Etwa auf die Zulieferindustrie für Automobilhersteller, auf IT-Unternehmen, auf energieintensive Produktion und weitere Branchen – und das auch kurzfristig. Das erläuterte er am Morgen im Wirtschaftsausschuss des NRW-Landtages.

Zwar sei der Handel mit Russland seit der Annektierung der Krim deutlich rückläufig. Dennoch gebe es in Nordrhein-Westfalen Firmen, „die eben nicht nur einen Bruchteil ihres Umsatzes mit Russland machen, sondern die erhebliche Umsätze und auch Erträge mit dem Russlandgeschäft in den letzten Jahren und Jahrzehnten erzielt haben“, sagte Pinkwart. Es könne also auch jetzt schon und unmittelbar zu harten Betroffenheiten kommen. Das Ministerium werde mit solchen Firmen Gespräche führen und Hilfe anbieten, „damit sie nicht nicht existenziell dadurch gefährdet werden“.

In der Ukraine gebe es ferner 200.000 Spezialisten im IT-Bereich, die mit deutschen Digitalunternehmen zusammenarbeiten. Und nicht nur der Wegfall direkter Handelsbeziehungen, sondern auch die Unterbrechung von Lieferketten wird laut Pinkwart zum Problem werden. Wenn beispielsweise aus der Ukraine keine Kabelbäume für die Automobilindustrie mehr kommen, trifft das zwar zuerst die Automobilhersteller im süddeutschen Raum, die dann weniger Fahrzeuge vom Band rollen lassen können. Durch die geringere Produktion werden aber in der Folge auch die Zulieferer in NRW weniger Aufträge bekommen. Pinkwart erwartet, dass sich das in den nächsten Wochen und Monaten zeigen wird.

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Als besonders gravierend kennzeichnet der Wirtschaftsminister erwartungsgemäß die Verwerfungen auf dem Energiemarkt. Deutschland versuche, sich für die Versorgung mit Gas, Öl und Steinkohle auf internationalen Märkten abzusichern. „Aber da wollen wir uns ja nicht nur absichern, sondern da sind viele jetzt unterwegs“, so Pinkwart. Die Preissteigerungen würden massive Auswirkungen auf die Wirtschaft in ganz Deutschland haben, „erst recht auf ein Industrieland wie Nordrhein-Westfalen“.

Er drang wie schon zuvor auf den Ausbau erneuerbarer Energien, um davon unabhängiger zu werden. „Wir sind bei der Umsetzung nicht so stark, wie wir es sein sollten“, so der Wirtschaftsminister. Das müsse man nun mit ganzer Innovationskraft angehen. Er warnte: „Wir werden noch ganz andere Konflikte bekommen um die knappen fossilen Energien – wenn wir sie nicht ersetzen. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Deshalb ist es klug, wenn man schnell umsteuert.“

Pinkwart stellte allen Ausführungen voran, dass konkrete Bewertungen zu den Auswirkungen des Krieges auf NRW schwierig seien. Man wisse einfach nicht, was morgen sein werde - oder in zwei oder in vier Wochen.