Medienbericht NRW will mit Vorstoß KI-Missbrauchsbilder verhindern

Düsseldorf/Potsdam · KI kann auch täuschend echt erscheinende Fotos und Videos erstellen. NRW will laut Innenminister Reul verhindern, dass so auch Missbrauchsdarstellungen entstehen.

 Gestellte Szene mit einem Mann, der Nacktfotos auf einem Smartphone anschaut (Symbolbild).

Gestellte Szene mit einem Mann, der Nacktfotos auf einem Smartphone anschaut (Symbolbild).

Foto: dpa/Marcus Brandt

Um die Darstellung von Kindesmissbrauch und sexualisierter Gewalt durch Künstliche Intelligenz (KI) zu verhindern, müssen nach Ansicht von NRW-Innenminister Herbert Reul gesetzliche Regelungen getroffen werden. „Wir müssen in Deutschland schon jetzt klare Grenzen ziehen, um den Ermittlern das nötige juristische Werkzeug zu geben“, sagte der CDU-Politiker der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ („WAZ“/Mittwoch und waz.de).

NRW will bei der an diesem Mittwoch in Potsdam beginnenden Innenministerkonferenz (IMK) einen entsprechenden Beschlussvorschlag machen. Das sagte auf Anfrage auch ein Sprecher des NRW-Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Darin wird die Bundesregierung laut dem Medienbericht aufgefordert, die bereits laufenden europäischen Regulierungsbemühungen mit eigenen gesetzgeberischen Initiativen zu begleiten, „um die Herstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes effektiv zu bekämpfen“. Man sei der Auffassung, dass es sich hierbei um eine neue und in ihrer Bedeutung zunehmende Form sexualisierter Gewalt handele, heißt es dem Medienbericht zufolge in dem Beschlussvorschlag.

„Die schöne neue KI-Welt zeigt immer mehr ihre hässliche Seite. Deepfakes sind nichts Neues, können auch hier und da lustig sein. Aber wenn es um Darstellung von sexualisierter Gewalt in jeglicher Form geht, hört der Spaß definitiv auf“, sagte Reul der „WAZ“ und waz.de.

Obwohl die Zahl der angezeigten Deepfakes noch sehr gering sei, warnt Reul vor einem wachsenden Problem: „Sexualisierte Gewalt ist abscheulich und strafbar - egal ob künstlich erstellt oder nicht.“ Die Strafverfolgungsbehörden benötigten „Ressourcenausstattung, Fortbildungen und Sensibilisierung“, die Opfer wiederum spezialisierter Beratungsstellen und -netzwerke, heißt es dem Bericht zufolge in dem Beschlussvorschlag.

(peng/dpa)