Programm an Schulen: NRW will Geld für Sozialarbeiter

Programm an Schulen : NRW will Geld für Sozialarbeiter

Die Landesregierung in NRW fordert eine unbefristete Finanzierung von 6000 Stellen für Schulsozialarbeiter über das kommende Jahr hinaus.

NRW-Sozialminister Guntram Schneider (SPD) fordert vom Bund, dass er auch in Zukunft die Sozialarbeiter an Schulen zahlt. "Die Schulsozialarbeit muss über 2013 hinaus gefördert werden. Rund 6000 Stellen müssen unbefristet vom Bund finanziert werden", sagte Schneider unserer Redaktion. In den Kommunen gebe es eine erhebliche Unruhe, dass die Frist nun auslaufe.

An 1400 Schulen in Nordrhein-Westfalen kümmern sich derzeit Schulsozialarbeiter um benachteiligte Kinder, Konflikte unter den Schülern und andere Probleme, die Lehrer nicht lösen können. Finanziert werden diese Kräfte vom Bund über das Bildungspaket, das 2010 zwischen Bund und Ländern vereinbart worden war.

Damals wurde beschlossen, dass der Bund für drei Jahre jeweils 400 Millionen Euro für Schulsozialarbeiter und Mittagessenszuschüsse an die Länder zahlt. Den größten Anteil geben die Länder für die Schulsozialarbeiter aus.

"Das Programm hat sich ausgezeichnet bewährt, insbesondere in den benachteiligten Stadtteilen", betonte Schneider. Weder das Land noch die Kommunen könnten die Finanzierung übernehmen. "Der Bund muss etwa 400 Millionen Euro pro Jahr dafür investieren."

Lösung für Pflegekräftemangel gesucht

Die Konferenz der Arbeits- und Sozialminister, die an diesem Mittwoch im niedersächsischen Celle beginnt, will über den Vorstoß aus Nordrhein-Westfalen beraten. Nach Informationen unserer Redaktion zeichnet sich eine Mehrheit für die Fortsetzung des Sozialarbeiter-Programms an Schulen ab.

Das Gastgeberland der Arbeits- und Sozialministerkonferenz, Niedersachsen, setzt sich für mehr Zuwanderung von Nicht-Akademikern aus Drittstaaten, also aus Ländern außerhalb der EU, ein. Eine solche Regelung könnte dem Pflegekräftemangel entgegenwirken. "Analysen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass es auch in Ausbildungsberufen zu zunehmenden Fachkräfte-Engpässen kommt", sagte die Vorsitzende der Konferenz, Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU).

Dies gelte aktuell zum Beispiel für Fachkräfte der Mechatronik und der Gesundheitsberufe. "Wir brauchen weitere vereinfachte Zuwanderungsregelungen für nichtakademische Fachkräfte in Mangelberufen", forderte Özkan. Sie verwies allerdings auch darauf, dass die Vorrangprüfung, also der Check, ob nicht doch ein Einheimischer die offene Stelle besetzen kann, nur dann generell wegfallen darf, wenn in dem Beruf tatsächlich länger andauernder Fachkräftemangel herrsche.

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(qua)