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Pflegereform geplant: NRW will Alten-WG fördern

Pflegereform geplant : NRW will Alten-WG fördern

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die Gründung von Alten-Wohngemeinschaften mit Pflegeangebot erleichtern und durch neue Finanzierungsmodelle fördern.

Dies sehen die Eckpunkte für eine Reform des Landespflegerechts und des Wohn- und Teilhabegesetzes (WTG) vor, die das Landeskabinett am Dienstag in Düsseldorf verabschiedete. Danach sollen pflegerische Angebote "in Pantoffelnähe" zur Verfügung stehen, erklärte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) vor Journalisten nach der Kabinettssitzung. Die geltenden Gesetze würden den Anforderungen an eine "zukunftsfähige Pflegestruktur" nicht gerecht.

Laut Steffens scheitert eine Fortführung der bestehenden Pflegestrukturen bereits an personellen und finanziellen Mitteln. "Wir werden weder jemals genug Fachkräfte noch genug Geld für das alte System haben." Trotz vieler guter Pflegeheime mit hochmotivierten Mitarbeitern hätten viele Menschen "Angst, ins Heim zu kommen". Deshalb müssten die neuen Strukturen darauf abzielen, dass die Pflegebedürftigen solange wie möglich zu Hause in vertrauter Umgebung leben könnten.

Hauptziel der Reform sei es deshalb, im Pflegefall den Verbleib in der eigenen Wohnung oder in kleinteiligen Wohneinrichtungen im angestammten Stadtquartier zu ermöglichen. Gerade Wohngemeinschaften oder alternative Pflegeformen würden bei der bestehenden Gesetzeslage "nicht optimal gefördert" oder durch "starre Regelungen" im Wohn- und Teilhabegesetz sogar "zusätzlich erschwert".

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Deshalb habe sich die rot-grüne Landesregierung entschieden, parallel zum Landespflegegesetz auch das WTG vorzeitig zu überarbeiten, erklärte Steffens. An den bestehenden Qualitätskriterien für die Pflege werde aber nicht gerüttelt. Auch das neue Gesetz werde an den spätestens ab 2018 greifenden Qualitätsvorgaben wie etwa einer Einzelzimmerquote von 80 Prozent in Pflegeheimen festhalten. Die Landesmittel für den Bereich Alter und Pflege sollen in einem "Landesförderplan" mit einem Jahresvolumen von 8,2 Millionen Euro gebündelt werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind an Rhein und Ruhr heute über 500.000 Menschen auf Pflege angewiesen; etwa die Hälfte davon leidet unter einer Demenzerkrankung. Bis 2030 wird ein Anstieg der Pflegebedürftigen im bevölkerungsreichsten Bundesland auf 700.000 erwartet. Um etwa 70 Prozent der Pflegebedürftigen kümmern sich nach den Angaben derzeit Angehörige oder die landesweit 2.200 ambulanten Pflegedienste. In den stationären Einrichtungen werden in NRW 155.000 Menschen betreut.

(KNA)