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"Die CDU setzt nicht auf Sieg": NRW-Wahlkampf: Lindner attackiert Röttgen

"Die CDU setzt nicht auf Sieg" : NRW-Wahlkampf: Lindner attackiert Röttgen

Der Ton in NRW wird rauer: Die FDP geht im Landtagswahlkampf auf Konfrontationskurs zur CDU. Spitzenkandidat Christian Lindner und Fraktionschef Gerhard Papke warfen der Union am Dienstag vor, sich bei SPD und Grünen anzubiedern.

"Die CDU setzt nicht auf Sieg, sondern nur noch auf Platz", sagte Papke. Das schwäche die Durchschlagskraft der Opposition gegen Rot-Grün. Lindner hielt dem CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen vor, in der Bildungspolitik SPD und Grünen auf den Leim gegangen zu sein. Das Ja zur Gemeinschaftsschule sei der Einstieg in die Einheitsbildung. "Die CDU hat das Gymnasium verraten", sagte Lindner. "Die Grünen feixen doch schon über Norbert Röttgen."

Auch Papke attackierte Röttgen. Der Bundesumweltminister habe sich in Bonn "ausgerechnet den einzigen sicheren SPD-Wahlkreis der gesamten Gegend ausgesucht", obwohl ein von der CDU gehaltener Wahlkreis frei gewesen sei. Wenn es keinen erdrutschartigen Erfolg der CDU gebe, werde Röttgen gar kein Landtagsmandat erringen und "deshalb zurück nach Berlin gehen".

Lindner betonte, er führe keine Koalitionsdebatte. Sein Hinweis auf eine sozialliberale Tradition in NRW sei "eine historische Tatsache und kein Koalitionsangebot". Lindner hatte am Wochenende Gemeinsamkeiten der FDP mit den Sozialdemokraten in der Industriepolitik herausgestellt. Dies wurde als Testballon für eine mögliche Ampelkoalition von SPD, FDP und Grünen interpretiert.

(lnw)