NRW verstärkt Sicherheitsmaßnahmen für Flüchtlingsunterkünfte

„Hohe Priorität“ : NRW verstärkt Sicherheitsmaßnahmen für Flüchtlingsunterkünfte

Nach zunehmenden flüchtlingsfeindlichen Angriffen in Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung die Sicherheitsmaßnahmen für Flüchtlingsunterkünfte verstärkt. Das teilte Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) am Mittwoch mit.

Neben dem Personen- und Objektschutz durch private Sicherheitsunternehmen würden die Einrichtungen für Asylbewerber in unterschiedlicher Intensität durch die Polizei geschützt.

Zudem sei ein „Landesgewaltschutzkonzept“ entwickelt worden, das in allen Flüchtlingsunterkünften verpflichtend umgesetzt werden müsse. Dadurch sollten Bewohner wie das Personal „vor jeglicher Form von Gewalt bestmöglich geschützt werden“, erklärte Stamp. Der Schutz von geflüchteten Menschen habe für die Landesregierung „hohe Priorität“.

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei in NRW laut Angaben insgesamt 154 flüchtlingsfeindliche Straftaten registriert. Darunter waren 27 Gewaltdelikte. Bereits in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 51 Straftaten gegen Asylbewerber erfasst. Das entspricht einer Steigerung von 38 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Dabei sei insbesondere eine Zunahme flüchtlingsfeindlicher Delikte in der Kölner Region festzustellen, erklärte Stamp. Allerdings seien Halbjahreszahlen nicht geeignet, um valide Aussagen zur Kriminalitätsentwicklung in einzelnen Phänomenbereichen zu treffen.

(seda/kna)
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