Düsseldorf: NRW-Städtebund glaubt nicht an Kita-Katastrophe

Düsseldorf : NRW-Städtebund glaubt nicht an Kita-Katastrophe

Jugendämter haben Meldefrist bis nächsten Freitag.

Noch steht nicht fest, wie viele Kita-Plätze in Nordrhein-Westfalen wirklich fehlen, wenn zum 1. August der Rechtsanspruch der Eltern auf ein Betreuungsangebot für ihr Kind unter drei Jahren (U 3) greift. Nach Auskunft des Familienministeriums wird darüber in wenigen Tagen Klarheit herrschen. Bis Freitag nächster Woche, 24 Uhr, hätten die Jugendämter allerdings noch Zeit, für die in ihrem Bereich vorhandenen Kitaplätze Landesmittel anzufordern. Erfahrungsgemäß würden die Anträge noch bis zu letzten Minute eingereicht, so eine Ministeriumssprecherin.

Erst dann werde man wissen, wie viele Betreuungsangebote es in NRW gibt. Nach bisheriger Lesart fehlen 27 000 Plätze, um eine landesweite Quote von 32 Prozent zu erfüllen, also jedes dritte Kind unter drei Jahren betreuen zu können. Diese Zahl basiert allerdings auf den Anträgen der Jugendämter des vergangenen Jahres. Wie viele Plätze seither dazu gekommen sind, ist bislang unklar. Am Dienstag in einer Woche will Familienministerin Ute Schäfer (SPD) anhand der diesjährigen Meldungen die neuesten Zahlen bekannt geben.

Nach Einschätzung des Städte- und Gemeindebundes NRW wird es im Sommer nicht zu einer "Kita-Katastrophe" und zu einer Klagewelle abgewiesener Eltern kommen. Überall seien große Anstrengungen zum Kita-Ausbau unternommen worden, sagte Hauptgeschäftsführer Bernd Jürgen Schneider. Allerdings werde wohl nicht überall die Zielmarke von 32 Prozent erreicht werden können.

Er fordert von der Landesregierung, den Kommunen ähnlich wie in Baden-Württemberg und Sachsen eine Übergangsfrist von sechs Monaten einzuräumen. Kein Elternpaar, das sein Kind anmelde, könne erwarten, dass es umgehend ein Angebot bekomme, so Schneider. Vielmehr brauchten die Kommunen Planungssicherheit. Ihm sei unverständlich, warum Ministerin Schäfer den Kommunen keinen Vorlauf gewähren wolle.

(RP/pst)