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NRW-Staatskanzlei: Umbau wird knapp zwei Millionen Euro teurer

SPD spricht von „Fass ohne Boden“ : Umbau von NRW-Staatskanzlei wird knapp zwei Millionen Euro teurer

Der aufwendige Umbau des Gebäudes am Horionplatz in Düsseldorf verschlingt noch einmal zwei Millionen Euro mehr, als das Land erst im September angegeben hatte. Die Opposition befürchtet, dass das Ende noch nicht erreicht sei.

Die Kosten für den Umbau des Amtssitzes von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Düsseldorfer Horionplatz belaufen sich nunmehr auf 19,51 Millionen Euro. Das geht aus einem Bericht der NRW-Staatskanzlei hervor, der unserer Redaktion vorliegt. Das entspricht knapp zwei Millionen Euro mehr als beim letzten Bericht der Landesregierung, der vom 20. September stammt. Zwar reduzierten sich die beauftragten Kosten für die Instandhaltung leicht um 20.000 Euro gegenüber dem vorangegangenen Bericht. Zugleich rechnet der zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW mit zwei Millionen Euro mehr bei den weiteren geplanten Instandhaltungsmaßnahmen. Grund sind offenbar „vor allem statische Ertüchtigung sowie Brandschutzmaßnahmen“.

Dazu sagte die zuständige Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Elisabeth Müller-Witt, unserer Redaktion: „Die Kosten für den Umbau der Staatskanzlei laufen offenbar aus dem Ruder. Jedes Mal, wenn wir nachfragen, ist er wieder teurer geworden. Dabei scheint das Ende noch nicht erreicht. Diese Maßnahme entwickelt sich zu einem Fass ohne Boden. Und die Steuerzahler müssen zuschauen, wie das Geld da reinfließt.“

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Die SPD hatte schon länger vermutet, dass die Kosten weiter nach oben schießen und deshalb Kostenpflichtiger Inhalt das Thema Umbau auf die heutige Tagesordnung des Hauptausschusses im Düsseldorfer Landtag setzen lassen. SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte noch im Stadttor ihr Amtssitz gehabt. Armin Laschet hatte dagegen den Umzug zum Horionplatz verfügt und einen entsprechenden Wettbewerb ausgelobt. Den gewann der Düsseldorfer Star-Architekt und Leiter der Düsseldorfer Kunstakademie, Karl-Heinz Petzinka, für sich entschied. Petzinka zeichnete im Übrigen schon für das Stadttor verantwortlich. Vor allem das neue, repräsentative und ebenerdige Foyer des Haupteingangs entpuppte sich aber als großen Herausforderung.

Das Land rechnet nach eigenen Angaben damit, dass der Umbau der Staatskanzlei am Horionplatz bis Ende 2022 abgeschlossen sein wird – also deutlich später als ursprünglich gedacht. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage: „Die Planungen mussten nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Coronapandemie angepasst werden. Coronabedingte Ausfälle, Material- und Rohstoffknappheit sowie gestörte Lieferketten sorgten und sorgen bei den am Bau beteiligten Gewerken für Verzögerungen.“