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NRW-Schulministerin will noch vor den Ferien Plattform für Video-Unterricht präsentieren.

Schule in Corona-Zeiten : Video-Unterricht vor den Ferien

Die Schulministerin will in Kürze eine sichere Internetplattform vorstellen. Die Schulen sollen Bundesmittel für den Kauf digitaler Endgeräte nutzen. Für die kommenden Abiturienten werden die Lehrpläne überarbeitet.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will in Kürze eine sichere Internetplattform für Videokonferenzen präsentieren. „Wir werden für Videokonferenzen noch vor den Sommerferien etwas vorstellen, das dem Datenschutz gerecht wird“, sagte Gebauer am Freitag. Das Ministerium arbeite intensiv daran. Auch seien 700 der 6300 NRW-Schulen bereits an die digitale Plattform Logineo angeschlossen.

Nach einer neuen Studie des Schweizer Instituts für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie schneidet Deutschland bei der technischen Ausstattung der Schulen schlechter ab als Österreich und die Schweiz. 56 Prozent der befragten Schul-Mitarbeiter aus der Bundesrepublik glauben demzufolge nicht, dass die technischen Kapazitäten an den Schulen für webbasierte Lehr- und Lernformate ausreichen. Nur 24 Prozent meinen, dass die Voraussetzungen erfüllt sind. In den beiden Alpenstaaten liegt dieser Anteil deutlich höher (Österreich 54 Prozent, Schweiz 57 Prozent).

Gebauer versprach, bis Ende des Jahres 60 Prozent der Schulen an ein schnelles Netz anzuschließen und zwei Jahre später 100 Prozent. 2016 habe die Quote erst bei 13 Prozent gelegen. „Digitaler Unterricht war in den Schulen nur als Ergänzung gedacht. Das war nie auf 2,5 Millionen Schüler ausgelegt“, betonte Schulstaatssekretär Mathias Richter. Mit den 105 Millionen Euro Bundesmitteln werde es aber gelingen, genug Endgeräte zu beschaffen, um das Gros der Schüler zu erreichen. Die zurückliegenden acht Wochen seien nicht ausreichend gewesen, um die Schüler angemessen auszustatten. Wegen dieser Ausgangsbedingungen seien die Anstrengungen in NRW darauf ausgerichtet, in erster Linie den Präsenzunterricht wieder hochzufahren.

Gebauer zog eine positive Zwischenbilanz der Schulöffnungen: „Wir befinden uns bei den Prüfungen im Geleitzug aller Bundesländer.“ Mit Stand 11. Mai habe es bisher nur eine erneute Schulschließung wegen eines Coronafalls und eine Teilschließung gegeben. Die Hygieneregeln würden in 90 Prozent der Schulen eingehalten.

Für das kommende Schuljahr arbeitet das Ministerium an einer Überarbeitung der Lehr- und Prüfungspläne insbesondere für die kommenden Abiturienten. Dabei solle berücksichtigt werden, was an Lernstoff nicht vermittelt werden konnte. Bei der Notengebung in diesem Halbjahr sollten Lehrer herausragende Leistungen in das Sozialverhalten einfließen lassen.

Gebauer bekräftigte, sie wolle so schnell wie möglich zum geregelten Schulbetrieb zurückkehren. Die Notbetreuung verzeichne einen Anstieg auf durchschnittlich 5,2 Prozent der Schüler. In Grundschulen seien es 6,5 Prozent. Zum Kreis der Berechtigten zählen nur Eltern mit systemrelevanten Berufen und berufstätige Alleinerziehende.

(kib)