NRW-Regierung veurteilt Upskirting aufs Schärfste

Düsseldorf : Ministerin: „Spionagekameras unter dem Rock platziert“

 In NRW gibt es immer mehr Fälle, in denen Frauen ohne ihr Wissen unter dem Rock fotografiert werden. Die bei diesem sogenannten Upskirting entstehenden Aufnahmen werden nach Angaben der Landesregierung nicht selten auf pornografischen Internetseiten hochgeladen.

„Die Täter verwenden nicht nur Smartphones, sondern auch Miniatur-Spionagekameras, die auf den Schuhen befestigt und damit noch unauffälliger unter dem Rock platziert werden können“, sagte NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Donnerstag im Landtag. Die Übergriffe erfolgten aus sexuellen Motiven, zum anderen dienten sie „der Ausübung von pervertierten Machtansprüchen“. Zwar seien die betroffenen Frauen nicht auf allen Fotos identifizierbar. „Die verabscheuungswürdige Praxis verletzt gleichwohl die Opfer in ihrer sexuellen Selbstbestimmung, ihrem Recht auf Privatsphäre sowie der Unantastbarkeit ihrer Würde“, so Scharrenbach.

Upskirting ist bisher in Deutschland nicht strafbar. Eine bundesweite Online-Petition zu diesem Thema hat der Landesregierung zufolge mittlerweile rund 27.000 Unterstützer. In England und Wales führte eine ähnliche Initiative dazu, dass diese Praxis unter Strafe gestellt wurde.

In die polizeiliche Statistik geht Upskirting bisher als „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“  (§ 201a StGB) mit ein. 2017 wurden insgesamt 1620 dieser Fälle erfasst, 2018 waren es 2023. „Die Landesregierung missbilligt Handlungen des ‚Upskirting‘ aufs Schärfste“, sagte die Ministerin. Grundlage für eine Strafbarkeit könne der § 201a StGB sein. Denkbar sei aber auch der Tatbestand einer Beleidigung auf sexueller Grundlage gemäß §185 StGB. Auch ein Anspruch auf Schadenersatz, Unterlassung und/oder Schmerzensgeld muss Scharrenbach zufolge in Betracht gezogen werden.

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