NRW-Regierung schließt Pakt für den Wald

Umweltschützer kritisieren Landesregierung und Waldbauern : Ein Pakt für den Wald

Die Landesregierung hat zusammen mit dem Waldbauernverband eine Vereinbarung zum Schutz der Wälder in NRW unterzeichnet. Naturschützern geht das nicht weit genug.

Philipp Freiherr Heereman ist die Skepsis anzumerken. „Wir werden auch weiterhin Forderungen stellen und weiter zur Klagemauer gehen“, kündigte der Vorsitzende des Waldbauernverbandes am Dienstag bei der Unterzeichung des so genannten „Waldpaktes“ an: Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Bauministerin Ina Scharrenbach und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (alle CDU) unterzeichnete der Freiherr eine Art Vertrag, mit dem die Beteiligten sich zu einem gemeinsamen Engagement für die Zukunft der Wälder verpflichten.

Die Wälder in NRW haben das nötig: Laut jüngster Erhebung geht es ihnen so schlecht wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den frühen 1980er Jahren. Aber ob der neue Pakt das wirklich zu ändern vermag?

Neben dem kollektiven Bekenntnis gab es zumindest bei der Unterzeichnung kaum Neues: Die Regierungsmitglieder wiederholten ihre Ankündigung, sich für eine bundesweite Baumprämie einzusetzen. Mit den Einnahmen aus der CO2-Bepreisung sollten die Leistungen der Forstwirtschaft für den Klimaschutz unterstützt werden. Im Waldpakt verankert sind auch die bereits zugesagten 100 Millionen Euro zur Wiederaufforstung der NRW-Wälder sowie das ebenfalls schon erklärte Ziel, dabei künftig mehr auf Mischwälder als auf Monokulturen setzen zu wollen.

Für den Landesvorsitzenden des Naturschutzvereins BUND ist der Pakt „Augenwischerei“, wie er unserer Redaktion sagte: „Letztlich wird nur eine grundsätzlich falsche Strategie mit mehr Geld unterstützt“, so Holger Sticht. Auch künstlich wiederaufgeforstete Wälder hätten gegen den Klimawandel keine Chance. „Stabil ist nur ein natürlich gewachsener Wald, der allenfalls moderat bewirtschaftet wird und sich aus eigener Kraft dem Klima anpasst“, so Sticht. Um solche Wälder müsse man sich dann auch keine Sorgen machen.

Dieses Konzept dürfte aber kaum zum Konzept der Forstwirtschaft passen, die sich auf den Anbau von Fichten spezialisiert hat und den größten Teil des Waldes in NRW kontrolliert: Immerhin rund 180.000 Beschäftigte in NRW haben mit Waldwirtschaft zu tun und setzen über 38 Milliarden Euro pro Jahr um.