NRW rechnet dieses Jahr mit bis zu 100.000 Flüchtlingen

Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt : NRW rechnet dieses Jahr mit bis zu 100.000 Flüchtlingen

NRW rechnet in diesem Jahr mit bis zu 100.000 Flüchtlingen - das wären mehr als doppelt so viele wie 2014. "Es wird eine große Herausforderung, diese Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen", sagte NRW-Innenminister Jäger zu Beginn des Flüchtlingsgipfels in Berlin.

Die neue Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bedeute für NRW, dass in diesem Jahr mit 84.000 Erstantragstellern und 11.000 Folgeantragstellern zu rechnen sei. Das sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf zu Beginn des Flüchtlingsgipfels im Kanzleramt. "Es wird für Land und Kommunen eine große Herausforderung, diese Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen und zu versorgen." Das Land werde seine bisherigen Planungen anpassen müssen.

Der SPD-Politiker forderte mit Blick auf das Berliner Treffen am Freitag: "Die Kommunen brauchen ganz klar mehr finanzielle Hilfe vom Bund. Denn die bisherigen Zusagen aus Berlin beruhen auf überholten Prognosen." Der Gipfel müsse verbindliche Zusagen bringen. Das BAMF solle personell deutlich aufgestockt werden, um die ohnehin zu langwierigen Verfahren zeitlich nicht noch weiter ausufern zu lassen. "Das ist völlig inakzeptabel für die geflüchteten Menschen, die bei uns eine Perspektive bekommen sollen und darüber schnell Klarheit brauchen", betonte Jäger. Derzeit dauern die Verfahren durchschnittlich rund sechs Monate.

Das BAMF geht inzwischen für 2015 von rund 450 000 Asylanträgen bundesweit für 2015 aus. Die Verteilung auf die Länder erfolgt nach einen bestimmten Schlüssel, dem zufolge NRW rund 22 Prozent der Antragsteller aufnimmt.

(lnw)