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NRW-Ministerpräsident Wüst trifft Polens Ex-Präsidenten Lech Walesa

Nobelpreisträger in Essen : NRW-Ministerpräsident trifft Polens Ex-Präsidenten Lech Walesa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Montag in Essen den ehemaligen polnischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa getroffen. Themen waren auch Corona und die EU.

Außer über die "traditionell engen" Beziehungen zwischen Polen und NRW sei über die gemeinsamen Herausforderungen im Kampf gegen Corona und die Zukunft der EU gesprochen worden, teilte die Staatskanzlei mit.

So sei der Konflikt zwischen der Regierung Polens und den europäischen Institutionen zur Rechtsstaatlichkeit Thema gewesen. Der 78-jährige Walesa und Ministerpräsident Wüst (CDU) teilten die Überzeugung, dass die EU ihre Werte schützen und deswegen die hierfür entwickelten Instrumente konsequent anwenden müsse.

Wüst bekundete zudem die Solidarität von NRW mit Polen, das angesichts der Instrumentalisierung von illegaler Migration durch das belarussische Regime die EU-Außengrenze schütze. Der Missbrauch von menschlichen Schicksalen sei abscheulich. Die gemeinsamen Anstrengungen Polens, Deutschlands, und der EU gegen solche hybriden Angriffe seien von großer Bedeutung für die Stabilität der Union.

Wüst würdigte das Lebenswerk Walesas. Es stehe vorbildlich "für den selbstlosen Einsatz gegen staatliche Unterdrückung, für gelebte Demokratie und für ein Europa der Werte". Die Gewerkschaft Solidarnosc habe auch im Westen große Strahlkraft gehabt. "Was als Streik für die Arbeiterrechte anfing, entwickelte sich zu einer breiten, friedlichen Bewegung für Freiheit und Demokratie." Walesa und seine Mitstreitenden hätten den Fall des Eisernen Vorhangs und die Vereinigung Europas erreicht. "Wir Deutschen haben jeden Grund, Polinnen und Polen für dieses Geschenk der Geschichte dankbar zu sein", so Wüst.

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Laut dem Ministerpräsidenten unterhalten Polen und NRW ein "dichtes Netz" von rund 200 kommunalen und schulischen Partnerschaften sowie die kürzlich erneuerte Zusammenarbeit mit der Woiwodschaft Schlesien. "Polen ist für uns auch ein wichtiger wirtschaftlicher Partner", sagte Wüst. Das Land ist den Angaben zufolge der siebtgrößte Handelspartner Nordrhein-Westfalens.

Walesa führte im Sommer 1980 die Streiks der Danziger Werftarbeiter an. 1983 erhielt er den Friedensnobelpreis. Von 1990 bis 1995 war der einstige Werftarbeiter Polens Staatsoberhaupt. 32 US-amerikanische und europäische Hochschulen verliehen ihm Ehrendoktortitel.

(top/kna)