NRW-Landesregierung verteidigt Laschets Kritik an "Umweltsau"-Beitrag

Streit um WDR-Lied : Landesregierung verteidigt Laschets Kritik an „Umweltsau“-Beitrag

Der Streit um das Lied des WDR-Kinderchors „Oma ist eine alte Umweltweltsau“ schlug hohe Wellen. Auch weil Ministerpräsident Armin Laschet sich in die Debatte einschaltete. Im Medienausschuss verteidigte ein Staatssekretär nun das Vorgehen.

Der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski, verteidigte im Kultur- und Medienausschuss des Landtags, dass sich Ministerpräsident Armin Laschet mit mehreren Tweets und einem Zeitungsbeitrag in die Debatte um den „Umweltsau“-Beitrag des WDR eingemischt hatte. Es sei Laschet nicht darum gegangen, die Unabhängigkeit des Senders einzuschränken, sondern einen einzelnen Beitrag zu kritisieren. Laschet befürworte eine Debatte über notwendige Schritte zum Klimaschutz, aber er halte es für falsch,Generationen gegeneinander auszuspielen. Nur darum habe er es kritisiert, dass der WDR-Kinderchor in einem Beitrag „Oma ist eine alte Umweltweltsau“ gesungen hatte.

Grüne und SPD meinten dagegen, es sei gefährlich, wenn der Eindruck entsteht, dass sich der Ministerpräsident in das Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einmische. Noch fragwürdiger sei, dass Laschet sich zu dem Beitrag geäußert habe, aber geschwiegen habe, als Rechtsradikale WDR-Mitarbeiter bedrohten. Arndt Klocke, Fraktionschef der Grünen, ließ ebenso wie einige SPD-Abgeordnete erkennen, dass er das gesungene Lied zwar eher unglücklich fand. Aber es sei erkennbar gewesen, dass der Beitrag „nicht ernst gemeint war“, weil er ja an das Lied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ anknüpfe, so Klocke. Darum sei es falsch gewesen, die Diskussion anzuheizen.

Liminski sagte, die Landesregierung habe den WDR nicht gedrängt, den Beitrag aus dem Netz zu nehmen. Das habe der WDR entschieden, bevor sich Laschet geäußert hatte. Außerdem habe er das Innenministerium früh gebeten, den Hinweisen auf Bedrohungen nachzugehen und darüber auch mit der Personalratschefin des WDR geredet.

Widersprüchlich agierte bei der Debatte die AfD. Obwohl sie in der Regel den öffentlich-rechtlichen Sendern unterstellt, nur ein Anhängsel des Staates und der anderen Parteien zu sein, forderte ihr Vertreter Sven Tritschler, dass das Land dafür sorgen müsse, dass angebliche Linksradikale den WDR nicht mehr „unterwandern“ dürften. Liminski erklärte dazu, der WDR wähle sein Personal unabhängig aus und verlange ebenso wie das Land polizeiliche Führungszeugnisse von Bewerbern. Der WDR-Intendant trage die Verantwortung für die Programmpolitik eigenständig und werde dabei vom Rundfunkrat überwacht. Für eine weitere Kontrolle gäbe es keinen Anlass.

Fast schon salomonisch schloss der Ausschussvorsitzende Oliver Keymis die Debatte ab. Der Grünen-Politiker sagte, er habe als ausgebildeter Theaterregisseur eine Regel gelernt: „Kinder und Tiere sollten nie auf die Bühne“. Das ginge fast immer schief.

(rky)