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NRW-Landesregierung hilft Kultureinrichtungen mit 80 Millionen Euro

Corona-Folgen : 80 Millionen Euro für Kultureinrichtungen

Künstler zählen zu den Haupt-Leidtragenden der Corona-Pandemie. Die NRW-Landesregierung will ihnen nun mit einem weiteren Programm durch die Krise helfen. Doch es gibt Zweifel, ob das ausreicht.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat wegen der Corona-Krise weitere Hilfen für Kulturschaffende auf den Weg gebracht. Ein neuer „Kulturstärkungsfonds“ von 80 Millionen Euro soll insbesondere den Kultur-Einrichtungen zugute kommen: „Wir wollen die Einrichtungen mit ihren Belastungen nicht allein lassen“, sagte Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos). Theater, Orchester oder Museen dürften nur noch eingeschränkt Publikum zulassen und hätten daher niedrigere Einnahmen. Die Kosten aber seien auf vergleichbarem oder wegen der Hygienemaßnahmen sogar höherem Niveau. Zugleich räumte Pfeiffer-Poensgen ein: „Wir werden nicht jeden Euro ersetzen können, es geht aber darum, die Struktur möglichst zu erhalten.“

60 Millionen Euro aus dem neuen Fonds gehen an vom Land oder den Kommunen getragene Einrichtungen, etwa Stadttheater oder kommunale Museen. 15 Millionen Euro davon stehen für öffentlich geförderte private Kultureinrichtungen wie soziokulturelle Zentren oder Festivals bereit. Die restlichen fünf Millionen Euro kommen dem gemeinnützigen Bereich zugute, also ehrenamtlich getragenen Vereinen wie Amateurtheatern, Freilichtbühnen und Kunstvereinen.

Das neue Programm ist Teil des „Stärkungspakts Kunst und Kultur“ der Landesregierung. Dieses sieht seit dem 10. August auch Stipendien für freischaffende Künstler vor. Innerhalb von vier Wochen seien bereits mehr als zwei Drittel der insgesamt 15.000 Stipendien über jeweils 7.000 Euro abgerufen worden, sagte die Ministerin. Voraussetzung sei unter anderem die Darstellung eines künstlerischen Vorhabens. Die Antragsfrist laufe noch bis zum Ende des Monats. Ein weiteres Bundesprogramm für Künstler soll in Kürze starten.

Ein erstes Fünf-Millionen-Hilfspaket für Künstler, das zur Überbrückung Einmalzahlungen des Landes in Höhe von 2000 Euro vorsah, hatte der Nachfrage nicht standhalten können. Die Mittel waren schnell ausgeschöpft.

Der  Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) in NRW hält die Hilfen für unzureichend. Die Politik könne die Künstlerszene, die maßgeblich auch von der darnieder liegenden Veranstaltungswirtschaft abhänge, ohne Normalbetrieb nicht am Leben erhalten. Zudem sei oft schwierig zu erkennen, an wen sich welches Programm richte, sagte ein Sprecher. 

(kib)