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NRW: Justiz versteigert Bitcoins aus Beschlagnahmen - auch von Clans

Auktion beginnt am Montag : NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoins

Mehr als zehn Millionen Euro erwartet die NRW-Justiz aus der Versteigerung von beschlagnahmten Bitcoins. Die Digitalwährung hatten Straftäter genutzt, um Einnahmen aus Drogengeschäften oder Steuerhinterziehung zu verstecken. Am Montagmorgen startet die Auktion.

Auf hohes Interesse stößt die erste Versteigerung der Digitalwährung Bitcoins durch die NRW-Justiz. Darum wird der Start der Auktion an diesem Montag live ab 11.30 Uhr unter anderem über den Youtube-Kanal der NRW-Justiz übertragen, wie die Behörde bekanntgab. Die Bitcoins im Wert von mehr als zehn Millionen Euro – so die offizielle Angabe der Justiz – stammen unter anderem aus den Ermittlungen gegen potenziell kriminelle Clans, die NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) mit Landesinnenminister Herbert Reul (auch CDU) vorangetrieben hatte. Das erfuhr unsere Redaktion aus informierten Kreisen. „Die Gerichte haben bestätigt, dass wir die Bitcoins ebenso wie andere illegal beschaffte Güter beschlagnahmen dürfen“, sagt ein Insider. „Also werden wir sie nun auch wie andere beschlagnahmte Wertgegenstände wie beispielsweise Autos oder Gemälde versteigern.“

Die Bitcoins hängen mit einer Reihe von Straftaten wie Drogenhandel, Erpressung, Menschenhandel und auch Steuerhinterziehung zusammen, hieß es. Die Digitalwährung sei von den Clans und anderen genutzt worden, um Geld heimlich deponieren zu können und um es unerkannt rund um den Globus transferieren zu können. Dass die NRW-Justiz diese illegalen Mittel überhaupt gefunden hat, ist auch dem Spürsinn der Kölner Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (Zac) NRW zu verdanken. Deren Leiter, Oberstaaatsanwalt Markus Hartmann, wird dabei sein, wenn Biesenbach die Auktion beim Portal „www.justiz-auktion.de“ startet. Dort sind aktuell unter anderem ein Lotus-Sportwagen, ein Porsche und ein schicker Audi zu ersteigern.

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Der aktuelle Preis für einen einzelnen Bitcoin liegt bei 52.300 Euro. Vor einem Jahr waren es noch rund 10.000 Euro. Weil die Justiz viele der Bitcoins wohl einige Zeit lang aufbewahrt hat, bevor nun die Versteigerungen starten, hat also allein das Abwarten einen Extra-Gewinn gebracht.

Die NRW-Justiz wird die Bitcoins nach und nach versteigern. So sollen auch Erfahrungen mit dem Verfahren gesammelt werden. Es wäre erstaunlich, wenn die erzielten Preise deutlich von der Börsennotierung abweichen würden, weil die Bitcoins dort ja eigentlich direkt weiterverkauft werden können. „Wir hoffen schon, dass wir möglichst nah herankommen an den aktuellen Kurs“, sagt Christoph Hebbecker, Staatssanwalt und Pressesprecher der Zac. Er räumte bei einem Interview ein, es sei „ein bisschen Glück“ dass die Bitcoins nun bei einem sehr hohen Kurs versteigert werden. Es sei auch klar, dass die Erstgebote höher als ein Euro liegen müssen.

Bitcoins sind eine rein digitale Währung. Sie werden durch die computerbasierte Lösung kryptographischer Aufgaben, das sogenannte Mining (Schürfen), geschaffen.