1. NRW
  2. Landespolitik

NRW: Jäger kapern Spargel-Eröffnung mit Johannes Remmel

Kreis Unna : Jäger wollen Spargel-Fest mit Remmel kapern

NRW ist Spargelland - und da kommt der Umweltminister höchtpersönlich zur Saisoneröffnung. Doch nicht in diesem Jahr: Weil Jäger eine Demonstration angekündigt hatten, wurde der Termin mit Minister Remmel in Werne kurzfristig abgesagt.

Die weißen, lila und grünen Stangen kehren zurück auf die Teller: Die Spargelzeit bricht diese Woche offiziell an. Auch in NRW starten die Spargelbauern in die Saison. Und der Auftakt sollte am Donnerstagmorgen gebührend gefeiert werden: Zusammen mit Spargelkönigin Helene I. wollte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) einen Spargelhof in Werne im Kreis Unna besuchen. Doch am frühen Morgen kam der Rückzug der Spargel-Betriebe.

"Nach dem landesweiten Aufruf der Jägerschaft, die Veranstaltung für eine Demonstration gegen das Jagdgesetz zu nutzen und dazu unter anderem auch Jagdhunde mitzubringen, hat sich die Branche zur Absage der Veranstaltung entschlossen", hieß es in einer Mitteilung aus dem Ministerium.

#Jäger statt Minister: Proteste auf dem Spargelhof in #Werne-Blasum. pic.twitter.com/YnFkItHBrd

Offenbar hatten sich mehrere Hundert Jäger zur Demo angekündigt. Sie wettern schon seit Wochen gegen Remmel, denn der will noch im Frühjahr eine strenge Gesetzesreform des Jagdgesetzes durch den Landtag bringen. Die SPD hatte bereits Bereitschaft zum Nachbessern signalisiert, doch den Jägern geht das nicht weit genug. Sie haben einen üppigen Änderungskatalog aufgestellt. Dazu gehört auch die Forderung, weiterhin streunende Katzen abschießen zu dürfen.

Spargelanbau gehört aber wahrlich nicht zum Kriterienkatalog der Jäger. Doch die nutzen weiterhin jede Chance, um dem Umweltminister Druck zu machen.

Zur Wiedergutmachung schickte Remmel der Spargelkönigin und den Bauern übrigens eine Einladung ins Ministerium. Remmel hat die Absage bedauert, hat aber auch Verständnis. "Dieser Schritt ist bedauernswert, aber konsequent. Ich kann nachvollziehen, dass sich die Spargelbetriebe in NRW nicht instrumentalisieren lassen wollen."

(met)