NRW investiert 113 Millionen Euro ins Heimatgefühl

Förderprogramme vorgestellt: Scharrenbach will Heimatgefühl in NRW stärken

Die NRW-Landesregierung will in den nächsten Jahren 113 Millionen Euro investieren, um das Heimatgefühl der Menschen in Nordrhein-Westfalen zu stärken. Ministerin Scharrenbach sieht darin gut investiertes Geld.

Nordrhein-Westfalen lässt sich die Förderung von Heimatinitiativen 113 Millionen Euro kosten. Das Geld soll bis zum Jahr 2022 in Heimat-Schecks, Heimat-Preise, Heimat-Werkstätten, Heimat-Zeugnisse und einen Heimat-Fonds fließen. Das kündigte NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf an.

Das Land leiste sich dieses Programm trotz seiner rund 140 Milliarden Euro Schulden als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, erläuterte sie. "Ja, wir investieren das in die Gesellschaft." Laut Mitteilung sagte sie weiter: "Heimat zu haben, heißt unsichtbare Wurzeln in sich zu tragen — egal, wo ein Mensch herkommt, egal wo sie oder er hingeht." Heimat bedeute Solidarität und Respekt füreinander. "Heimat ist das, was in unserer Gesellschaft Menschen miteinander verbindet, was einen starken Zusammenhalt in einer aktiven Bürgergesellschaft ausmacht."

In Münster ist zudem am Samstag der erste NRW-Heimatkongress mit über 450 ehrenamtlich Engagierten aus allen Regionen des Landes geplant. Der Kongress und die Förderprogramme sollen alle unterstützen, die sich in NRW für das Thema Heimat einbringen. Vorgesehen ist, den Kongress künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus in unterschiedlichen Landesteilen abzuhalten.

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1000 Heimat-Schecks über jeweils 2000 Euro sollen jedes Jahr unbürokratische "Möglichmacher" für alle kleinen guten Ideen sein, wie die Ministerin erklärte. Höhere Beträge können über die vier übrigen Programme eingeworben werden. Anträge sind ab Sommer möglich.

Gefördert werden könnten damit etwa ortstypische Kunstwerke, virtuelle Museen an historischen Orten, lokale Geschichtsbücher für den Grundschulunterricht oder Illuminierungen oder Restaurierungen regional bedeutsamer Bauwerke - auch unter Einbindung der Jugend. Außerdem werden mit jeweils 12.500 Euro dotierte Landes-Heimat-Preise ausgelobt, die die Patenschaften mit den Siebenbürger Sachsen und Oberschlesien unterstreichen sollen.

(lnw)
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